Börsenausblick Nicht rauf, nicht runter
Frankfurt am Main - Die anstehende Handelswoche steht ganz im Zeichen der Berichtssaison. Nachdem in der vergangenen Woche der Aluminiumkonzern Alcoa als erster Dow-Jones-Wert seine Zahlen vorgelegt hat, folgen in den kommenden Tagen acht weitere Blue Chips, darunter General Motors , Citigroup , IBM und General Electric.
Vor allem die Äußerungen und Erwartungen der Firmenvorstände für das laufende, erste Quartal 2002 dürften nach Einschätzung von Experten im Mittelpunkt des Anleger-Interesses stehen. Nach den kräftigen Kursgewinnen in den vergangnen Wochen seit Mitte September müssten nun erste handfeste Beweise für die erwartete Erholung der US-Wirtschaft und damit der Unternehmensgewinne vorgelegt werden, heißt es von Händlerseite. Vor diesem Hintergrund gehen Börsianer auch von einem volatilen Marktverlauf aus. Giuseppe Amato, Analyst bei Lang & Schwarz rechnet für den Deutschen Aktienindex (Dax) mit einer Handelsspanne zwischen 5200 und 5350 Zählern.
Am Montag könnte es zum Handelsbeginn zu leichten Abschlägen kommen, da die Greenspan-Rede von Freitagabend noch nicht in den Kursen verarbeitet werden konnte. Der US-Notenbank-Chef sieht trotz einiger Anzeichen für ein Ende der Rezession nach wie vor "erhebliche Risiken" für die amerikanische Wirtschaft. Zunächst werde noch mit einem Anstieg der Arbeitslosenrate gerechnet. Es sei noch zu früh, um von einer Erholung zu sprechen, sagte Greenspan. Der Dow Jones hatte nach der Ansprache noch einmal deutlich nachgegeben und ist mit einem Minus von 0,8 Prozent aus dem Handel gegangen, die Nasdaq schloss 1,2 Prozent tiefer.
Die asiatische Leitbörse in Tokio liefert am Montag keine Vorgaben, da der Handelsplatz auf Grund eines Feiertages geschlossen blieb.
Bayer rechnet mit steigenden Gewinnen
In Frankfurt steht zum Wochenauftakt der Pharma- und Chemieriese Bayer im Mittelpunkt. Unternehmenschef Manfred Schneider, rechnet damit, dass sich der angeschlagene Konzern im laufenden Jahr wieder erholt. "2002 wird schon einiges besser werden", sagte Schneider dem "Tagesspiegel". Unter der Voraussetzung einer "echten wirtschaftlichen Belebung" würden die Gewinne des Unternehmens 2003 "wieder deutlich steigen" - "und dann sicher auch der Börsenkurs". Schneider äußerte sich zudem zuversichtlich, dass Bayer noch vor dem US-Börsengang am 24. Januar eine Kooperation im Pharmabereich bekannt geben werde. Wunschpartner sei ein US-Unternehmen.
Unter Druck könnte Epcos stehen, nachdem die Siemens-Tochter angekündigt hatte, keine Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr auszuzahlen. "Wir haben immer gesagt, dass wir Dividenden nur in Ausnahmejahren zahlen", sagte ein Sprecher. Ansonsten setze Epcos das Geld ein, um sein weiteres Wachstum zu finanzieren, hieß es. Im Vorjahr hatte das Unternehmen Rekorde erreicht und noch eine Dividende von einem Euro je Aktie gezahlt.
ThyssenKrupp legt Zahlen vor
In Deutschland stellt von den Dax-Unternehmen lediglich der Stahlkonzern ThyssenKrupp am Dienstag seine Jahres-Bilanz vor. Einen Tag später wird der angeschlagene Autokonzern Opel Rechenschaft über das vergangene Jahr ablegen. Die Krise der Adam Opel AG ist schlimmer als bislang befürchtet: Der Verlust im operativen Geschäft ist nach dpa-Informationen 2001 um 34 Prozent auf knapp 675 Millionen Euro gestiegen.
Der Elektro- und Elektronikkonzern Siemens lädt seine Aktionäre am Donnerstag nach München zur Hauptversammlung ein. Am 18. Januar wird dann die Dividende ausgeschüttet. Am gleichen Tag findet auch die Hauptversammlung von Porsche statt. Nach der Autoshow in Detroit meldet sich zudem der Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen mit einer Pressekonferenz am Donnerstag zu Wort.