Börsenausblick Nikkei trotzt schwachen Daten
Frankfurt am Main - "Nach den deutlichen Kursgewinnen ist es normal, dass die Märkte ein Pause einlegen", sagte ein Händler in Frankfurt. Die Stimmung sei angesichts der Konjunkturdaten nach wie vor gut. Nach Börsenschluss in den USA bestätigte der Netzwerkausrüster Sun Microsystems seine Umsatzprognose, während der weltgrößte Chiphersteller Intel seine Schätzung leicht nach unten korrigieren musste und allzu große Optimisten enttäuschte.
Der Dow Jones notierte zum Handelsschluss in Deutschland 0,9 Prozent schwächer, konnte dieses Minus im späten Handel jedoch auf 0,5 Prozent reduzieren. Die Nasdaq gab bis 20 Uhr um 1,2 Prozent nach, erholte sich jedoch ebenfalls auf ein Minus in Höhe von 0,5 Prozent.
Sun Microsystems: Schwarze Zahlen noch in diesem Jahr
Der Halbleiterhersteller Intel erwartet für das erste Quartal Verkäufe zwischen 6,6 und 6,9 Milliarden Dollar. Bisher hat das selbst gesteckte Umsatzziel bei 6,4 bis 7,0 Milliarden Dollar gelegen, teilte Intel am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Bei der Bruttomarge peile Intel für das erste Quartal rund 51 Prozent an. Alle anderen Prognosen blieben unverändert, hieß es. Der Netzwerkausrüster Sun Microsystems will im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wieder schwarze Zahlen schreiben. Ob der Hardwarehersteller jedoch seine Ziele für das dritte Quartal erreichen werde, hänge von den Auftragseingängen im März ab. Der wert stieg im nachbörslichen Handel leicht an.
Hohe Produktivität in USA
Von der Konjunkturseite gibt es Unterstützung: Die Arbeitsproduktivität in der US-Wirtschaft hat im vierten Quartal revidierten Zahlen zufolge so stark zugenommen wie letztmals im zweiten Quartal 2000. Mit der erhöhten Produktivität erwarten Börsianer auch niedrigere Stückkosten, die sich wiederum in höheren Unternehmensgewinnen auswirken.
Dax rettet sich ins Plus
Der Dax hatte am Donnerstag bei 5289 Punkten geschlossen - immerhin noch ein Plus von 0,1 Prozent. Am Neuen Markt legte der Nemax 50 um 0,6 Prozent auf 1048 Zähler zu. Zu den Gewinnern zählten die Technologiewerte, die Händlern zufolge am meisten von einem Konjunkturaufschwung profitieren dürften. Das Papier des Elektronik-Konzerns Siemens verteuerte sich um 1,7 Prozent auf 76,10 Euro. Das Papier des Softwareunternehmens SAP schloss bei 167,63 Euro - ein Plus von ein Prozent.
Schwache Vorgabe für Infineon
Der Chipherstellers Infineon dürfte heute nach dem verhaltenen Ausblick von Intel zunächst unter Druck geraten. Die Aktie hat einen deutlichen Aufschwung hinter sich. Epcos-Aktien gingen gestern mit einem Gewinn von 0,8 Prozent auf 50,50 Euro aus dem Handel. Marktbeobachter begründeten das Plus mit einer Hochstufung der Aktie durch die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein.
Die T-Aktie stieg gestern um 1,1 Prozent auf 17,34 Euro. Im ersten Quartal 2002 werde die Telekom-Tochter VoiceStream in die schwarzen Zahlen kommen, sagte Kai-Uwe Ricke, Mobilfunkchef der Telekom, am Donnerstag in Bonn. "Für VoiceStream ist das neue Jahr exzellent angelaufen".
Neuer Markt: Aixtron gibt Ausblick
Am Sonntag, 10. März, feiert der Neue Markt seinen fünften Geburtstag. Champagnerlaune will sich nicht einstellen angesichts der beispiellosen Baisse, die dieses Marktsegment in den vergangenen zwei Jahren durchlitten hat. Von einem Höchststand von 9.694 Nemax-50-Punkten im März 2000 stürzte das Segment bis auf 641 Stellen im September 2001 ab. Mit den anziehenden Kursen an der Nasdaq hellt sich die Stimmung jedoch ein wenig auf: Am Donnerstag schloss der Nemax 50 bei 1048 Zählern.
Aixtron vor Ausblick gefragt
Die Aktien der Aixtron waren vor Bekanntgabe von Geschäftszahlen gefragt. Der Aktienpreis des Herstellers von Verbindungs-Halbleitern stieg um 5,3 Prozent auf 22,70 Euro an. "Die Zahlen bergen keine große Überraschung, da diese schon durch eine Indiskretion auf einer Analystenkonferenz bekannt sind", sagte ein Händler einer Frankfurter Großbank. Wichtiger sei der Ausblick des Unternehmens.
Rallye in Tokio geht trotz schwacher Daten weiter
Nikkei trotz schwacher Konjunkturdaten sehr fest
Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag ungeachtet schlechter Konjunkturdaten für die japanische Wirtschaft und einer deutlichen Festigung des Yen mit starken Gewinnen geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte legte kräftig um 237 Punkte oder 2,04 Prozent zu und ging mit 11 885,79 Punkten ins Wochenende. Zwischenzeitlich hatte das Börsenbarometer sogar erstmals seit August die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten wieder überwunden.
Daran änderte auch nichts die Bekanntgabe der Regierung, wonach die wirtschaftliche Leistung des Landes zwischen Oktober und Dezember um 1,2 Prozent und damit im 3. Quartal in Folge geschrumpft war.
Euro fester
Der Kurs des Euro ist am Freitag Morgen auf 0,8804 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag bei 0,8764 (Mittwoch: 0,8712) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 1,1410 (1,1478) Euro.