Börsenausblick Rechen-Rätsel zum Wochenende
Frankfurt am Main - Im Gegensatz zu vielen deutschen Märktteilnehmern interpretierten die US-Börsen die Rede von Fed-Chef Greenspan positiv. Der Dow Jones ging 0,7 Prozent fester auf 9796 Zähler aus dem Handel. Der Nasdaq Composite legte 1,1 Prozent auf 1942 Zähler zu.
JDS Uniphase lag deutlich unter den Erwartungen von Analysten. Die Verluste des schwedischen Handykonzern Ericsson im vergangen Jahr fielen geringer aus, als Analysten dies erwartet hatten. Der Ausblick wiederum ist schwach und auch das vierte Quartal ist nicht berauschend. Der Computer-Konzern Gateway erwirtschaftet wieder Gewinne und entlässt zugleich 2300 Mitarbeiter. Man darf gespannt sein, wie die deutschen Märkte unter den gemischten Vorzeichen starten werden.
Greenspan hatte einen verhalten optimistischen Ausblick für die amerikanische Konjunktur gegeben. Er begründete dies vor allem mit den positiven Effekten des Lagerabbaus auf die Industrieproduktion. Gleichzeitig aber erklärte der Chef der Notenbank, dass die gesamtwirtschaftliche Nachfrage dauerhaft steigen müsse, um den Konjunkturmotor wirklich zum Laufen zu bringen.
JDS Uniphase verfehlt die Erwartungen
Nachbörslich wurde das Bild ein wenig getrübt durch die schwachen Zahlen des kanadischen Netzwerkausrüsters JDS Uniphase, der die Erwartungen der Analysten im zweiten Quartal deutlich verfehlt hat. Das Ergebnis je Aktie vor Sonderposten betrage minus 19 US-Cent nach plus 21 Cent im Vorjahreszeitraum, teilte der Konzern mit. Von First Call/Thomson Financial befragte Analysten hatten im Schnitt mit minus 2 Cent gerechnet.
Der Umsatz brach um 925 Millionen Dollar auf 286 Millionen Dollar ein. Hier hatten Analysten allerdings nur 284 Millionen Dollar erwartet. Den Nettoverlust gab JDS Uniphase mit 255 Millionen Dollar nach einem Gewinn von 207 Millionen Dollar im zweiten Quartal des vorherigen Geschäftsjahres an. Das operative Ergebnis betrage den Angaben zufolge minus 182 Millionen Dollar nach plus 302 Millionen Dollar.
Für das laufende Quartal rechnet die Gesellschaft mit einem weiteren Umsatzrückgang. Gegenüber dem zweiten Quartal würden die Verkäufe um 10 bis 15 Prozent fallen, hieß es.
Gateway erstmals wieder mit Gewinn
Trotz positiver Gewinnentwicklung will sich der PC-Hersteller Gateway von bis zu 2300 Mitarbeitern trennen. Das gab Gateway am Donnerstag nach Börsenschluss in New York bekannt. Zwar sei man im vierten Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt, dennoch sei eine Personaleinsparung von 16 Prozent geplant.
Der zweitgrößte Hersteller von Personalrechnern legte einen Gewinn von 5,1 Millionen Dollar oder zwei Cent je Aktie vor. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte Gateway 128,2 Millionen Dollar oder 40 Cent je Aktie Verlust ausgewiesen. Der Gewinn in der Berichtsperiode ist der erste seit fünf Jahren.
Der Umsatz fiel auf 1,14 Milliarden Dollar von 2,45 Milliarden Dollar im Jahr zuvor. Im nachbörslichen Handel stiegen Gateway bis zu 49 Cent auf 6,85 Dollar.
B2B-Spezialist Broadvision berichtete ebenfalls nachbörslich von einem Quartalsverlust von 55,6 Millionen Dollar oder 20 Cents je Aktie. Im Vorjahreszeitraum betrug der Verlust noch 64 Millionen Dollar. Broadvision lag damit über den Analystenerwartungen. Das Unternehmen blieb allerdings beim Umsatz mit 48 Millionen Dollar unter den Erwartungen.
Der Mobilfunk-Technologiekonzern Qualcomm traf mit seinem Gewinn für das erste Quartal von 23 Cents je Aktie die Analystenschätzungen, senkte allerdings für das laufende zweite Quartal die Gewinnschätzungen. Anstatt 24 Cents erwartet der Konzern nun 19-21 Cents je Aktie.
Der schwedische Ericsson-Konzern hat im vergangenen Jahr im Handy-Geschäft geringere Verluste gemacht als befürchtet. Wie das Unternehmen am Freitag in Stockholm mitteilte, betrug das Minus 21,1 Milliarden Kronen (2,2 Mrd Euro). Analysten hatten 30 Milliarden Kronen erwartet. Im Jahr zuvor hatte der weltweit viertgrößte Handy-Hersteller 14,3 Milliarden Kronen Gewinn eingefahren.
Der Umsatz fiel im gesamten Jahr um fünf Prozent auf 210,8 Milliarden Kronen. Die Verluste im vierten Quartal fielen mit 5,1 Milliarden Kronen deutlich höher aus als vorhergesagt.
Ericsson hat im vergangenen Jahr wegen anhaltender Verluste im Handy-Geschäft die komplette Produktion eigener Mobiltelefone an das US-Unternehmen Flextronics ausgelagert.
Im ersten Quartal solle der Umsatz rund 40 Milliarden Schwedische Kronen bei einem zum Vorjahreszeitraum unveränderten Vorsteuerergebnis betragen. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern den Angaben nach gleich viel oder bis zu zehn Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr.
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Freitag etwas fester geschlossen. Der Nikkei verbesserte sich um 0,70 Prozent auf 10.144 Punkte. Der breit angelegte Topix gewann 0,55 Prozent hinzu und ging mit 985 Punkten ins Wochenende.