Börsenausblick: Richtungslos zum Wochenschluss - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Richtungslos zum Wochenschluss

Den deutschen Aktienmärkten steht ein weiterer orientierungsloser Handelstag bevor. Die US-Börsen werden voraussichtlich erst am Montag wieder eröffnen.
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Frankfurt am Main - An der Börse wird wieder mit einem stark schwankenden Handel gerechnet. Große Kursausschläge nach oben oder unten werden vor der Eröffnung der Wall Street nicht erwartet.

In den USA haben Analysten geteilte Meinungen über die Auswirkungen der Anschläge: "Wir haben einen unvorstellbaren Verlust an Menschen in der Finanzmetropole. Keiner von uns weiß, wie sich das auswirken wird", sagte Alan Ackermann, Marktstratege bei Fahnestock & Co. Für den Handelsauftakt am Montag rechnen Analysten zunächst mit heftigen Kursausschlägen an den US-Börsen. "Am Anfang werden wir hohe Bewegungen haben. Es wird einfach zu große Preisunterschiede geben", sagte Ackermann weiter.

Hugh Johnson, Analyst bei First Albany Corp sagte dagegen: "Es gibt viele Gründe, dass sich die Dinge nicht so schlecht entwickeln werden. Wir befinden uns bereits hinter dem emotionalen Stadium, wo Investoren panisch reagieren. Wir haben mit vielen institutionellen Anlegern gesprochen, und der Tenor war, dass es nur eine Schwäche im Markt gibt: die Käufer. Der Markt ist unterbewertet."

Unterdessen wird die weitere Konjunkturentwicklung immer skeptischer gesehen. Gestern sind Daten zum US-Verbrauchervertrauen veröffentlicht worden, die kurz vor den Terroranschlägen gesammelt wurden. Den Zahlen zufolge ist das Verbrauchervertrauen auf ein Acht-Jahrestief gesunken. Marktbeobachter gehen nun davon aus, dass die US-Notenbank wahrscheinlich schon in Kürze erneut eine Leitzinssenkung bekannt geben wird.

In Frankfurt werden sich die Händler zum Wochenschluss voraussichtlich zurückhalten. Im Blickpunkt stehen die Aktien der Softwareschmiede SAP   , nachdem der US-Rivale Oracle   gute Zahlen gemeldet hatte.

Die T-Aktie   könnte wieder unter Druck stehen, nachdem die British Telecom   vor einer möglicherweise geringen Nachfrage der neuen UMTS-Technologie gewarnt hat.

Fester Handel in Tokio

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat zum Wochenschluss deutlich zugelegt. Der Nikkei-225-Index gewann nach einer Schlussrallye 4,1 Prozent auf 10.008 Punkte. Der Topix legte drei Prozent auf 1033 Zähler zu.

Eurokurs pendelt um 0,91-Dollarmarke

Die europäische Gemeinschaftswährung notierte gegen 8.30 Uhr bei 0,9101 Dollar. Am Donnerstagabend hatte ein Euro noch 0,9121 Dollar gekostet. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 0,9060 (Mittwoch: 0,9052) Dollar festgesetzt.

Händler gehen davon aus, dass der Dollar wegen Befürchtungen über eine Abschwächung der US-Konjunktur nach den Terroranschlägen unter Druck geraten könnte. Der Dollar bleibe voraussichtlich auch in der nächsten Woche im Blickpunkt. Grund seien Sorgen über die Funktionsfähigkeit der internationalen Finanzmärkte nach den Anschlägen am Dienstag, sagte Devisenexperte Masanori Hirabayashi von der Shinsei Bank.