Börsenausblick: Rückenwind aus New York - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Rückenwind aus New York

Technologiewerte könnten heute von den guten Vorgaben der Nasdaq profitieren. Außerdem legen vier Dax-Konzerne ihre Halbjahresergebnisse vor.
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Hamburg - Die US-Technlogiebörse Nasdaq hatte nach Handelsschluss in Deutschland noch deutlich zugelegt und mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 1982 Zähler geschlossen. Der Dow Jones hingegen zeigte sich unverändert bei 10.415 Punkte. Händler bemängelten allerdings den vergleichsweise geringen Umsatz von 840 Millionen Aktien an der Wall Street. In der Regel seien es an einem vergleichbaren Handelstag bis zu 300 Millionen Titel mehr. Die Zurückhaltung wurde damit begründet, dass Anleger offenbar schlechtere Einzelhandelsumsätze für den Monat Juli erwarten. Dies wäre ein weiterer Hinweis auf eine drohende Rezession.

Gewinnrückgang bei Allianz und Dresdner Bank erwartet

Der Versicherungskonzern Allianz wird heute zum letzten Mal einen eigenen Zwischenbericht vorlegen, in dem das Zahlenwerk der Dresdner Bank zumindest quantitativ noch nicht berücksichtigt ist. Das Kreditinstitut wird nämlich erst im zweiten Halbjahr konsolidiert. Dennoch muss nach Ansicht von Analysten bei der Beurteilung der Allianz-Aktie bereits beide Unternehmensergebnisse zusammen betrachtet werden. Die Dresdner Bank wird ebenfalls heute ihre Zahlen präsentieren. Dabei dürfte sie laut Konrad Becker von Merck Finck wie die anderen Großbanken wegen der Börsenschwäche einen deutlichen Ertragsrückgang ausweisen.

Auch bei der Allianz halten Analysten im ersten Halbjahr auf Grund eines Basiseffektes einen Ergebnisrückgang für möglich. Merck Finck prognostiziert ein Ergebnis vor Steuern von 2,41 Milliarden Euro, verglichen mit 3,4 Milliarden im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das Nachsteuerergebnis dürfte laut Becker bei 1,35 (1,6) Milliarden Euro liegen. Grund hierfür seien nach den Worten des Analysten die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Kapitalerträge.

MLP: überzeugt Analysten

MLP steht nach Ansicht von Analysten vor guten Halbjahreszahlen. "Die Situation bei MLP nach der Aufnahme in den Dax ist sehr gut", betonte Stefan Chahsari (Concord Effekten). Zum Halbjahr erwartet er eine Steigerung des Umsatzes um 78 Prozent auf 420 Millionen Euro und ein Plus des Gewinn vor Steuern um 57 Prozent auf 54 Millionen Euro. MLP verfüge über eine "fantastische und ungebrochene Wachstumsstory", die die Ausnahmestellung im Dax-30 rechtfertige. Die Experten der Bank Julius Bär zeigen sich mit einem erwarteten Umsatz von 540 Millionen und einem Vorsteuerergebnis von 77 Millionen Euro noch optimistischer.

Henkel dürfte nach Einschätzung von Analysten für das zweite Quartal einen Rückgang beim Nettogewinn auf 94,5 Millionen bis 112 Millionen Euro melden. Vor einem Jahr hatte der entsprechende Wert 135 Millionen Euro betragen. Im Fokus der Analysten stand zudem die Ausgliederung der Chemie-Sparte Cognis. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wurde mit 243 Millionen bis 276 Millionen Euro im Vergleich zu 255 Millionen im Vorjahr angegeben.

Von der allgemeinen Konjunkturschwäche in der Chemiebranche ist Degussa nach eigenem Bekunden bislang nicht betroffen. Experten rechnen damit, dass die Degussa im ersten Halbjahr einen Umsatz zwischen 8,6 Milliarden und 8,8 Milliarden Euro erzielt hat. Der Vorjahreswert lag nach Degussa-Angaben bei 8,1 Milliarden Euro im Konzern beziehungsweise bei 5,2 Milliarden in den Kernaktivitäten. Die Schätzungen für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen belaufen sich auf rund 550 Millionen Euro, wobei Degussa im Vorjahr pro forma 615 Millionen Euro im Konzern beziehungsweise 430 Millionen Euro im Kerngeschäft erzielte.

Der im Nemax 50 notierte Discount-Broker ConSors wird Analysten zufolge einen Verlust zwischen 33,8 Millionen und 44,7 Millionen Euro für das erste Halbjahr 2001 ausweisen. Für das zweite Quartal rechnen sie mit einem Fehlbetrag zwischen 18,2 Millionen und 25,8 Millionen Euro. Den Verlust pro Aktie im ersten Halbjahr schätzten sie zwischen 0,71 und 0,80 Euro.