Börsenausblick: Rückenwind hält an - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Rückenwind hält an

Die US-Börsen haben nach dem Konjunkturbericht der US-Notenbank weiter zugelegt und dürften heute für einen festen Start von Dax und Nemax sorgen. Standardwerte haben Rückenwind. Adidas ist für das Sportjahr 2002 optimistisch.
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Frankfurt am Main - Auf die Konjunkturdaten ist derzeit Verlass: Die Zeichen stehen auf Erholung, wie auch der verhaltene Optimismus im Konjunkturbericht (Beige Book) der US-Notenbank bestätigt: Sechs der dreizehn Distrikte der Fed sehen eine Verbesserung der wirtschaftlichen Aktivität. Nur drei Distrikte sprachen von einer anhaltend schwachen Wirtschaftsentwicklung, während die übrigen vier von einer gemischten wirtschaftlichen Lage sprachen.

Gewinne nachzuholen

Die Tendenzen auf eine wirtschaftliche Erholung bedeuten nicht zwangsläufig, dass die US-Notenbank nach ihrer Sitzung am 19. März die Zinsen erhöht. Denn die Inflationsrisiken sind gering: Preis- und Lohndruck seien quasi nicht vorhanden, hieß es im "Beige Book". Die US-Börsen reagierten im späten Handel mit Kursgewinnen auf den Bericht. Der Dow Jones baute seine Gewinne im späten Handel von 0,9 auf 1,4 Prozent aus und schloss bei 10.574 Zählern, während der Technologieindex Nasdaq Composite während der letzten beiden Handelsstunden 1,3 Prozent auf 1890 Zähler zulegte. Die Probleme mit Bilanzierungspraktiken würden von Anlegern wegen positiver Konjunkturmeldungen kaum noch wahrgenommen, sagte Sam Stovall, Stratege bei Standard & Poor's.

Dax sehr fest

Der Dax war am Mittwoch mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 5284 Zähler aus dem Handel gegangen, während der Nemax 50 0,1 Prozent auf 1042 Punkte zulegte. Händler rechnen im frühen Handel mit einem Dax-Stand von 5300 Zählern: Die wichtige Unterstützungslinie von 5200 Zählern hat der Index gestern gestestet und erfolgreich verteidigt. Nach den Sitzungen der Bank of England und der Europäischen Zentralbank erwarten Anleger heute keine Veränderung bei den Leitzinsen.

Adidas gibt Ausblick

Europas größter Sportartikelhersteller adidas-Salomon   rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einer Gewinnsteigerung zwischen fünf und zehn Prozent, nach einem Wachstum um 15 Prozent im Jahr 2001. Der Konzernumsatz soll wie 2001 erneut um fünf Prozent steigen, teilte der Sportartikelhersteller am Donnerstag in Herzogenaurach mit. Nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Herbert Hainer wird der Umsatz in allen Regionen ausgeweitet.

Insbesondere erwartet der Konzern ein zweistelliges Wachstum in Nordamerika und Asien. Die Gewinnsteigerung 2002 spiegelt nach Unternehmensangaben die zu erwartenden Kosten im Zusammenhang mit den Marketingaktivitäten um die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft, die Übernahme der restlichen 50 Prozent an adidas Italien und den weiteren Ausbau der adidas eigenen Einzelhandelsaktivitäten wieder. Weltweit ist adidas-Salomon die Nummer zwei auf dem Sportartikelmarkt hinter Nike. Die Aktie war gestern mit leichten Verlusten aus dem Handel gegangen.

Rallye bei FMC - neue Gerüchte um Commerzbank

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten gestern der Pharmakonzern Fresenius Medical Care   sowie die Finanztitel HypoVereinsbank und Commerzbank: FMC hatte am Dienstag Zahlen vorgelegt. Gerüchte, die Citigroup wolle mit Hilfe der Commerzbank seine Position in Deutschland stärken, verhalfen der Aktie der Commerzbank am Mittwoch zu einem Aufschwung.

Intel gibt Richtung bei Hightechs vor

Während der heutigen Analystenkonferenz des Chipherstellers Intel   erwarten Investoren positive Signale, die den Kursaufschwung in der Branche rechtfertigen. Der Chiphersteller Infineon   hatte bereits gestern mehr als zwei Prozent zugelegt. Der Bauelemente-Hersteller Epcos   war mit einem Plus von 3,3 Prozent auf 50,10 Euro als stärkster Technologietitel aus dem Handel gegangen. Ab dem dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwarte Epcos wieder Umsatzzuwächse, hieß es während der Hauptversammlung.

Neuer Markt zum Geburtstag mit Rückenwind

Der Neue Markt kann zu seinem fünfjährigen Bestehen dank der Unterstützung der Nasdaq Kursgewinne verbuchen. Der Nemax 50 könnte heute einen Teil der späten Gewinne an der US-Technologiebörse nachholen. Die Deutsche Börse hält den Neuen Markt nach wie vor für eine "Erfolgsstory", will aber angesichts der zahllosen Pleiten und Pannen das Marktsegment neu ordnen. Eine Zweiteilung des Marktes sei aber nicht vorgesehen.

Balda mit Zahlen

Das Ergebnis pro Aktie (EPS) des Handy-Zulieferers Balda   ist im Geschäftsjahr 2001 von 0,41 Euro im Vorjahr auf 0,03 Euro zurückgegangen. Mit 158,6 Millionen Euro habe sich der Umsatz trotz der Schwäche im weltweiten Handymarkt auf dem Niveau des Vorjahres (160,3 Millionen Euro) gehalten, teilte Balda am Donnerstag per Pflichtveröffentlichung mit. Die Aktie hatte gestern leicht nachgegeben.

Nikkei legt deutlich zu

Rallye in Tokio

Die asiatischen Märkte haben die Vorgaben aus New York aufgenommen. Der Nikkei legte um 2,6 Prozent auf 11.648 Zähler zu. Der Euro hat sich über der Marke von 0,87 Dollar gehalten. Am Donnerstag um acht Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung in Frankfurt 0,8779 Dollar.