Börsenausblick SAP in Bestform
Frankfurt am Main - Der gestrige Reigen an Quartalszahlen in den USA hat die Investoren nicht überzeugen können. Zugleich zeigten sich die Börsen erschrocken von dem eher düsteren Bild der US-Wirtschaft, das der Notenbankchef Alan Greenspan zeichnete, auch wenn er eine weitere Zinssenkung in Aussicht gestellt hatte. Der Dow Jones verlor 0,3 Prozent auf 10.569 Punkte. Die Technologiebörse Nasdaq zeigte sich 2,5 Prozent schwächer.
Viele Ergebnisse lagen zwar im Rahmen der Erwartungen. Gleichwohl enttäuschten zumeist schwache Aussichten oder schwächere Umsätze der Konzerne, so etwa bei Intel und Apple. Dies gilt auch für den Computerriesen IBM, der zwar die Erwartungen für das zweite Quartal beim Gewinn punktgenau traf. Aber auch hier drückte ein schwacher Ausblick die Aktie im nachbörslichen Handel.
Nach Börsenschluss meldete das Software-Unternehmen Siebel Systems Quartalszahlen, die etwas besser waren als die Analystenerwartungen. Der Chiphersteller Applied Micro Circuits berichtete von Verlusten, mit denen die Experten ebenfalls gerechnet hatten, will aber fünf Prozent seines Personals entlassen. Der Kommunikationschip-Hersteller Broadcom veröffentlichte für das zweite Quartal Verluste, die im Rahmen der reduzierten Schätzungen von Analysten lagen.
Von herausragender Bedeutung an der Wall Street werden die Geschäftszahlen und vor allem der Ausblick sein, die der weltgrößte Softwarehersteller Microsoft heute im Laufe des Tages abgeben wird. Gleiches gilt für den Netzwerkausrüster Nortel Networks. Sun Microsystem wartet mit seinen Geschäftszahlen nach US-Börsenschluss auf.
SAP übertrifft Erwartungen der Analysten
Mit SAP und Nokia legen auch zwei europäische Großkonzerne ihre Geschäftszahlen vor. Der Softwarekonzern SAP meldete vor Handelsbeginn ad hoc einen Gewinn je Aktie von 0,65 Euro und hat damit die Erwartungen der Analysten von 0,52 Euro deutlich übertroffen. Das Konzernergebnis sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 78 Prozent auf 206 Millionen Euro gestiegen. Der Umsatz legte im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro zu. Der Konzern erwartet für das Gesamtjahr eine Umsatzsteigerung von 20 Prozent. Gleichzeitig bestätigte SAP seine frühere Prognose für die ersten neun Monate dieses Jahres.
Der finnische Mobiltelefon-Hersteller Nokia wird am Donnerstag für das zweite Quartal voraussichtlich einen Vorsteuergewinn von 1,23 Milliarden Euro bekannt geben. Dies schätzten Analysten im Durchschnitt. Sie gaben sich vorsichtig optimistisch für die Aussichten des Unternehmens in den verbleibenden Monaten des laufenden Jahres, obwohl Nokia vor wenigen Wochen die Prognosen für das Umsatzwachstum von 20 Prozent auf weniger als 10 Prozent und die Schätzung für den Gewinn je Aktie von 0,20 Euro auf 0,15 bis 0,17 Euro pro Aktie gesenkt hatte.
Die asiatische Leitbörse in Tokio zeigte sich kurz vor Handelsschluss am Donnerstag leicht erholt. Der Nikkei lag mit 35 Zählern auf 11.928 Punkten im Plus.