Börsenausblick SAP macht Hoffnung
Frankfurt am Main - Warnende Worte des Investmenthauses Merrill Lynch reichten aus, um gestern die Technologiewerte in den Keller zu schicken. Die Banker hatten vor einer Überbewertung des Sektors gewarnt, da die Unternehmensgewinne mit der Erholung der Kurse nicht mithalten können. Die Nasdaq schloss gestern 2,5 Prozent schwächer, der Dow Jones gab 0,6 Prozent nach.
SAP beeindruckt Analysten
Dass einige Hightechunternehmen jedoch bereits auf Erholungskurs sind, bewies am Mittwoch Morgen der Softwarehersteller SAP. Der größte europäische Softwarekonzern SAP hat seine Anfang Januar bereits angehobenen Umsatz- und Ergebniszahlen für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2001 nochmals übertroffen. Im vierten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, teilte SAP am Mittwoch mit. Im Gesamtjahr 2001 steigerte SAP den Umsatz um 17 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. Damit hat das Untenehmen die Erwartungen der Analysten übertroffen.
Hoffnung auf Erholung gibt es auch von der Konjunkturseite. Die konjunkturellen Frühindikatoren für die USA sind im Dezember mit 1,2 Prozent deutlich stärker gestiegen als von Volkswirten erwartet. Dies ist der stärkste Anstieg seit Februar 1996. Analysten hatten nur mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gerechnet.
Zahlengewitter: Motorola mit bescheidenem Ausblick
Die Ergebnissaison ist jedoch weiterhin durchwachsen. Sollten US-Schwergewichte wie Amgen, Boeing, Broadcom, Exxon sowie der Pharmariese Pfizer die Erwartungen erüllen, könnte es nach den Verlusten gestern wieder eine Gegenbewegung geben.
Der Mobilfunk- und Chiphersteller Motorola hat gestern nach US-Börsenschluss für das vierte Quartal einen Verlust gemeldet, der jedoch geringer als erwartet war. Der Konzern wies einen Verlust von 4 Cent je Aktie aus dem laufenden Geschäft aus. Analysten hatten jedoch mit einem Verlust von 5 Cent je Anteilsschein gerechnet. Im Jahr zuvor hatte Motorola noch einen Gewinn von 16 Cent je Papier erwirtschaftet. Motorola rechnet für das zweite Halbjahr des Jahres 2002 mit der Rückkehr zur Profitabilität. Im ersten und zweiten Quartal des laufenden Jahres werde dagegen noch ein Verlust anfallen.
Dax in Turbulenzen
Der Dax ist von den schwachen US-Börsen in die Tiefe gezogen worden und hat seine Gewinne wieder abgeben müssen. Beim Schlussgong stand der Leitindex bei 5045 Punkten, ein Minus von 0,5 Prozent. Am Neuen Markt verlor der Nemax 50 rund 0,8 Prozent auf 1154 Zähler. Am Nachmittag wurde das Tageshoch bei knapp unter 1200 Punkten gemessen.
Im Blickpunkt der Anleger stehen heute die Quartalszahlen von Siemens . Der Elektronikkonzern wird für das erste Quartal 2001/02 nach Ansicht von Analysten einen kräftigen Ergebnisrückgang ausweisen. Die Schätzungen bei Konzern-Ergebnis gehen weit auseinander und reichen von einem Verlust in Höhe von 148 Millionen Euro bis hin zu einem Gewinn von 156 Millionen Euro.
Der Pharmakonzern Bayer will mit einer neuen Konzernstruktur Synergien in Höhe eines dreistelligen Millionenbeitrag realisieren. Dies sagte der Finanzvorstand und designierte Vorstandsvorsitzende Werner Wenning. Auch Preussag will sparen: Der Tourismus-Konzern Preussag mit den Marken TUI, Hapag-Lloyd und Airtours bereitet sich nach einem Bericht des "Handelsblatt" auf einen markanten Einbruch des Reisemarktes vor.
Tokio schwächer
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch trotz hoher Nachfrage bei einzelnen Technologieaktien mit Verlusten geschlossen. Der breit angelegte TOPIX sackte auf den tiefsten Stand seit rund 17 Jahren. Zum Handelsschluss notierte der Index einen Verlust von 9,93 Punkten oder 1,01 Prozent beim Stand von 980,11 Punkten. Das ist der niedrigste Schlussstand seit Mai 1985. Der Euro notierte fester mit 0,8877-79 Dollar nach 0,8824-27 Dollar zur gleichen Zeit am Vortag.