Börsenausblick: Schlechte Vorgaben - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Schlechte Vorgaben

Die deutschen Aktienmärkte müssen schwache Vorgaben der Wall Street verdauen. Mit einer Erholung ist kaum zu rechnen. Mit Spannung werden die Zahlen von VW erwartet.
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Frankfurt am Main - Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Montag deutlich im Minus geschlossen und liefern heute schwache Vorgaben für den Handelstag in Deutschland. Die Kurskorrektur an den US-Börsen darf indes nicht überraschen: Nach dem mittlerweile fünf Wochen andauernden Anstieg, der lediglich von kurzen Konsolidierungsphasen unterbrochen war, haben die Anleger in Erwartung schwacher US-Konjunkturdaten in dieser Woche bei vielen Aktien die Kursgewinne mitgenommen. Der Dow Jones schloss 2,9 Prozent leichter bei 9269 Punkten. Der Nasdaq Composite beendete den Handel ebenfalls auf Tagestief bei 1699 Zählern: ein Minus von 3,9 Prozent.

Den Markt beschleiche die Angst, dass die Talfahrt der US-Wirtschaft länger andauern könnte als erwartet, hieß es in New York. Von den US-Konjunkturdaten in dieser Woche erwarten die Anleger wenig Gutes. Die Daten für das Verbrauchervertrauen im Monat Oktober stehen heute gegen 16 Uhr (MEZ) zur Veröffentlichung an. Am Mittwoch folgt der Chicago Einkaufsmanagerindex (Oktober). Die Zahlen zu den Konsumausgaben und persönlichen Einkommen für den September werden am Donnerstag veröffentlicht. Am Freitag dann folgen die Arbeitsmarktdaten für Oktober und die Auftragseingänge der Industrie für den Monat September.

Volkswagen   hat nach Ansicht von Analysten im dritten Quartal nicht an die Ergebnisse des ersten Halbjahres angeknüpft. "Die Dynamik im Geschäft des VW-Konzerns hat sich deutlich verlangsamt", attestiert Sebastian Stein von der Bankgesellschaft Berlin. Rolf Woller von der HypoVereinsbank geht von einem Umsatzminus um sieben Prozent aus und Pia Christina Schulze von Merck Finck erwartet einen weiteren Margenrückgang auf 4,5 Prozent nach 5,5 Prozent im ersten Quartal und 4,8 Prozent im zweiten Vierteljahr. Klaus Weihermann von der WGZ Bank sieht einen Gewinnrückgang, der aber durch das Ertragsplus der Vorquartale überkompensiert wird. VW legt heute die Zahlen vor.

Eher unspektakulär dürften nach Einschätzung von Analysten die Zahlen zum dritten Quartal bei der Bad Homburger Fresenius AG und ihrer Dialysetochter Fresenius Medical Care   ausfallen. Analysten rechnen bei beiden Unternehmen damit, dass sie ihren nachhaltigen Wachstumstrend fortsetzen konnten. Bei FMC reicht die Spanne für die Ebit-Prognose für das dritte Quartal von 171 Millionen Dollar bis 189 Millionen Dollar nach 167 Millionen Dollar im Vorjahr. Bei der Fresenius AG reicht die Prognose von 211 Millionen Euro bis 235 Millionen Euro, verglichen mit 206 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Am Neuen Markt wird es heute spannend. Das gilt insbesondere für die angeschlagene Metabox  , deren Aktionäre sich zur Hauptversammlung treffen. manager-magazin.de berichtet direkt vor Ort von der entscheidenden Sitzung. Die Aktionäre sollen unter anderem über eine rettende Kapitalerhöhung für das Multimedia-Unternehmen entscheiden. Sollten die Aktionäre nicht zustimmen, wird das Insolvenzverfahren eröffnet. Mit Spannung wird erwartet, ob der Vorstand die dringend notwendigen sieben Millionen Mark rechtzeitig auftreiben konnte. Beobachter rechnen mit einer turbulenten Veranstaltung.

Analysten haben sich hinsichtlich der anstehenden Neunmonatszahlen der SAP Systems Integration   (SAP SI) optimistisch geäußert und dem Unternehmen eine im Branchenvergleich relative "operative Stärke" zugebilligt. Die Dresdner SAP-Tochter werde ihren Umsatz in den ersten neun Monaten auf 187,2 (Vorjahreszeitraum: 129,7) Millionen erhöhen, hieß es etwa aus dem Analysehaus Independent Research (IR). Das Ebita soll der Prognose zufolge auf 25,8 (16,7) Millionen Euro wachsen, während sich der Fehlbetrag auf 16,7 (minus 25,1) Millionen Euro reduzieren soll.

Der Fehlbetrag für das dritte Quartal werde bei 6,0 (Vorjahr: minus 9,0) Millionen Euro liegen. Allerdings werde das dritte Quartal das insgesamt schwächste im Gesamtjahr sein, zeigte sich der IR-Analyst für das Schlussquartal optimistisch. Trotz der konjunkturellen Flaute gehe er davon aus, dass die Prognosen seines Hauses für SAP SI erreichbar seien. SAP SI habe im Vergleich zu SAP-Dienstleistern mit eher mittelständischer Orientierung eine bessere Position. Falls SAP SI die Prognosen weitgehend treffe, werde IR auch an dem Anlageurteil "Übergewichten" festhalten.

Die asiatische Leitbörse in Tokio schloss leichter. Der Nikkei gab 0,9 Prozent auf oder knapp 100 Zähler auf 10.512 Punkte ab.

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