Börsenausblick Schwache Aussichten
Frankfurt am Main - Nach einem desaströsen Handelsverlauf in der Vorwoche starten die deutschen Börsen am Montag in einem unsicheren Marktumfeld. Selbst die vormals stabilen Anlagehäfen der "Old Economy" sind unter Druck geraten und mussten massiv abgeben.
Nun warten Anleger in Frankfurt auf Impulse aus den USA. Diese sind nicht vor Dienstag zu erwarten. Morgen tagt die US-Notenbank und wird voraussichtlich eine Zinssenkung um 0,5 Prozent bekannt geben. An der Wall Street hoffen viele Investoren bereits auf eine Senkung um 0,75 Prozent, die neuesten Wirtschaftsdaten könnten Fed-Chef Alan Greenspan allerdings zu einer nur moderaten Anpassung der Zinsrate bewegen.
Gefährlich an dieser Situation: Eine Zinssenkung von 0,5 bis 0,75 Prozent ist bereits in den jetzigen Kursen eingepreist. Sollte Greenspan also eine konservativere Strategie verfolgen und die Zinsschraube nur leicht justieren, könnten die Märkte enttäuscht reagieren. Ein weiterer drastischer Kursrutsch wäre die Folge.
An der Börse in Frankfurt sollten die Kurse am Montag im Zuge einer technischen Erholung wieder leicht anziehen. Mit einer deutlichen Erholung wird jedoch nicht gerechnet. Im Blickpunkt der Anleger steht der Dax-Titel Henkel. Der Wachsmittelhersteller gibt heute seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt. Analysten erwarten, dass die Düsseldorfer Umsatz und Gewinn zweistellig gesteigert haben. Im Vergleich zum größten Konkurrenten Procter & Gamble konnte Henkel seine Marktposition in den vergangenen Monaten deutlich stärken.
Am Neuen Markt hat der Notebook-Hersteller Gericom mit einer deutlichen Umsatz- und Gewinnsteigerung überrascht. Der Börsenneuling hat das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nach vorläufigen Berechnungen auf rund 14,8 Millionen Euro gesteigert. Dies entspricht einem Wachstum von 107 Prozent. Prognostiziert wurde ein Anstieg von 80 Prozent.
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Montag nach einer Berg- und Talfahrt uneinheitlich geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte büßte 42,01 Punkte oder 0,3 Prozent auf 12.190 Punkte ein. Der marktbreitere Topix hingegen legte leicht um 2,14 Punkte auf 1199 Punkte zu. Im späteren Tagesverlauf wurde die Entscheidung der Bank von Japan zur Zinspolitik erwartet. In Marktkreisen wurde mit der Rückkehr zur Nullzinspolitik gerechnet.
Der Yen gab unterdessen zum Dollar weiter deutlich nach. Die US-Währung notierte um 15.00 Uhr Ortszeit mit 123,30-33 Yen nach 122,38-41 Yen zur gleichen Zeit am Freitag. Der Euro notierte schwächer mit 0,8950-60 Dollar nach 0,8960-70 Dollar am Freitag.