Börsenausblick: Schwache Vorgaben - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Schwache Vorgaben

Spannung verspricht am Montag der Handelsauftakt vor allem für die Aktien der Commerzbank. Nach Medienberichten steht das Institut zum Verkauf. Die Vorgaben aus New York sind bescheiden.
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Frankfurt am Main – Nach einer Alptraumwoche für die Deutsche Telekom und den Chemiekonzern Bayer sehen sich die deutschen Aktienmärkte am Montag eher mäßigen Vorgaben der Wall Street gegenüber. Die Schluss-Stände von Dow Jones (plus 1,1 Prozent auf 10.416 Punkte) und der US-Technologiebörse Nasdaq (minus 0,4 Prozent auf 1956 Punkte) hatten sich bereits am Freitag zum Handelsschluss in Deutschland abgezeichnet. "Nachholbedarf" in die eine oder andere Richtung haben die von der Wall Street bekanntermaßen stark abhängigen deutschen Börsen insofern nicht.

Indes festigt sich an den US-Märkten die Überzeugung, dass Ende August mit einer weiteren Zinssenkung zu rechnen ist. Das Inflationsrisiko wird als gering eingeschätzt. Sollte sich in dieser Woche bei den zur Veröffentlichung anstehenden Daten zu Einzelhandelsumsätzen und Realeinkommen der Negativtrend der amerikanischen Konjunktur bestätigen, "wird die die US-Notenbank ihre Leitzinsen wohl noch im August senken", prognostiziert die GZ-Bank. Gleichwohl bleibt die Frage bestehen, ob eine Zinssenkung zumindest von 25 Basispunkten nicht schon längst in die Kurse eingepreist ist.

Kritisch merken Analysten zum jüngsten Rückgang der Produzentenpreise zudem an: "Es gibt eine Beziehung zwischen fallenden Produzentenpreisen und dem Gewinnrückgang auf Unternehmensseite," kommentierte Ken Mayland, Präsident von Clear View Economics. "Der Index deutet auf eine neue Welle enttäuschender Zahlen im dritten Quartal hin."

Spannend könnte heute der Handelsauftakt für die Aktien der Commerzbank werden. Nach Informationen des Spiegel stehen Teile des Unternehmens oder gar die ganze Bank zum Verkauf. Verhandelt würde gegenwärtig mit diversen Banken aus Deutschland, Europa und Übersee. Die Bank habe Gespräche mit verschiedenen Interessenten bestätigt.

Die Deutsche Telekom will sich nach Informationen der "FTD" noch in dieser Woche mit Spitzenvertretern der Deutschen Bank wegen des umstrittenen Verkaufs von 44 Millionen T-Aktien treffen. In der Krisensitzung soll es um die künftige Zusammenarbeit gehen. Ob dies der T-Aktie hilft, darf bezweifelt werden: Die T-Aktie befindet sich nicht erst seit dem Verkauf der Papiere durch die Deutsche Bank auf Talfahrt. Viele auch kursrelevante Probleme der Deutsche Telekom sind hausgemacht. Eines davon lautet UMTS und die damit einhergehenden Milliardenschulden des Bonner Konzerns.

Sonera gibt Mobilfunklizenz zurück

Aufhorchen lässt in diesem Zusammenhang derweil die Meldung, dass der finnische Mobilfunkanbieter Sonera als erster Netzbetreiber überhaupt eine Lizenz für den Mobilfunk der dritten Generation zurückgeben und abschreiben wird, berichtet die "FTD". Dies dürfte die Zweifel an UMTS erhöhen. Dem Bericht der Zeitung zufolge, zeigen sich Analysten immer skeptischer, ob es Unternehmen gelingen werde, mit UMTS Profit zu machen.

Zur einer Krisenpressekonferenz lädt der Chemiekonzern Bayer. Vorstandschef Schneider wird sich zur aktuellen Entwicklung im Zusammenhang mit dem freiwilligen Vermarktungsstopp des Cholesterinsenkers Lipobay äußern. Das Unternehmen hatte wegen des Vermarktungsstopp in der vergangenen Woche eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Die Aktie war total eingebrochen.

Die Direktbroker haben bekanntlich unter der Schwäche der Aktienmärkte zu leiden. Nach Informationen des Fernsehsenders ntv erwägt das Nürnberger Unternehmen Consors offenbar, mit Kooperation unter anderem auch den Konkurrenten Direkt Anlage Bank und Comdirect der Misere entgegenzuwirken und Kosten zu senken. Consors legt am Dienstag seine Halbjahreszahlen vor.

An der asiatischen Leitbörse in Tokio ging es am Montag deutlich abwärts. Der Nikkei fiel um 2,2 Prozent oder 257 Punkte auf 11.477 Zähler.