Börsenausblick Schwache Vorgaben aus New York
Frankfurt am Main - Dax und Nemax werden zur Eröffnung voraussichtlich leicht im Minus notieren. Die Kursverluste der New Yorker Börsen im späten Handel sollten sich negativ auswirken, zumal es derzeit kaum positive Impulse gibt. Am Mittwoch ging der Dax mit einem Verlust von 0,6 Prozent auf 5281 Zähler aus dem Handel. Am Neuen Markt gab der Auswahlindex Nemax 50 2,7 Prozent ab und schloss bei 978 Punkten.
Wichtige Unternehmensnachrichten gibt es am Donnerstag kaum. Die Krisensituation im Nahen Osten und der hohe Ölpreis trüben die Stimmung. Händler äußerten sich in den vergangenen Tagen besorgt, dass die noch zarte Konjunkturerholung von den derzeitigen Krisen gebremst werden könnte, zudem scheinen die Unternehmensgewinne noch nicht in dem Maße anzusteigen, wie zuvor erwartet.
Im Mittelpunkt des Interesses steht die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Nach Auffassung von Volkswirten wird die EZB auf ihrer heutigen turnusmäßigen Sitzung die Leitzinsen unverändert lassen. Die Experten gehen zudem davon aus, dass die EZB länger als die anderen wichtigen Notenbanken mit einer Leitzinserhöhung warten wird.
Die US-Notenbank Federal Reserve und die Bank of England hatten zwar auf ihren jüngsten Sitzungen die Leitzinsen unverändert gelassen. Die Fed hatte aber erstmals seit 15 Monaten ihre geldpolitische Ausrichtung auf "Neutral" korrigiert und Spekulationen über eine baldige Zinserhöhung ausgelöst.
Vor allem der gestiegene deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex und der verbesserte Einkaufsmanagerindex für die Eurozone hätten gezeigt, dass weitere Leitzinssenkungen unnötig seien, sagten Volkswirte. Ein solcher Schritt durch die EZB sei also unwahrscheinlich.
Weiterhin unter Druck könnten die Technologiewerte stehen. Am Vortag sind Infineon und SAP mit deutlichen Verlusten aus dem Handel gegangen. Händler begründeten die nachgebenden Kurse mit negativen Unternehmensnachrichten und Analystenkommentaren aus den USA. "Die Technologiewerte werden in Sippenhaft genommen", hieß es.
Die Gewinnwarnung des US-Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb könnte die deutschen Rivalen unter Druck setzen. Der US-Konzern wird im laufenden Quartal ein um 25 bis 30 Prozent niedrigeres Ergebnis pro Aktie (EPS) vor Sonderposten erwirtschaften als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Zwischen 0,44 und 0,47 US-Dollar seien zu erwarten, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss in New York mit. Beim Umsatz sei mit einem Rückgang von sieben Prozent zu rechnen.
Wall Street schließt schwächer
Kursverluste bei Software-Unternehmen und die Verschärfung des Nahost-Konflikts setzten am Mittwoch die New Yorker Börse unter Druck. Der Dow Jones fiel um 1,1 Prozent auf 10.198 Zähler; die Nasdaq gab um 1,1 Prozent auf 1784 Punkte nach.
Nach Börsenschluss sagte Dell Computer, der Gewinn im letzten Berichtsquartal werde die Erwartungen erfüllen, und der Umsatz werde sogar leicht über den Prognosen liegen. Dell schlossen um 0,21 Punkt schwächer auf 26,78.
Der Preis für ein Barrel Öl fiel um 15 Cent auf 27,56 Dollar.
Kurs des Euro kaum verändert
Der Kurs des Euro hat sich am Donnerstag kaum verändert. Um 7.50 Uhr kostete die europäische Gemeinschaftswährung in Frankfurt 0,8808 Dollar. Ein Euro kostete damit 1,1353 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch bei 0,8803 (Dienstag: 0,8786) Dollar festgesetzt. Für den weiteren Tagesverlauf seien keine großen Kursbewegungen zu erwarten, sagten Händler.