Börsenausblick Schwache Vorzeichen
Frankfurt am Main Die amerikanische Technologiebörse Nasdaq (plus 1,4 Prozent auf 2058 Zähler) hat den dritten Tag in Folge im Plus geschlossen. Und auch die Industriewerte im Dow Jones (plus 0,6 Prozent auf 10.715 Punkte) zeigten sich fester. Hoffnungen auf eine weitere Zinssenkung und positive Wirtschaftsdaten hatten die Märkte unterstützt.
Schlechte Nachrichten nach US-Börsenschluss
Einen Dämpfer erhielt die wieder aufkeimende positive Stimmung allerdings nach Börsenschluss durch weitere Gewinnwarnungen und schlechte Quartalszahlen von US-Technologieunternehmen.
So gab der Chiphersteller Micron Technology Quartalszahlen heraus, die deutlich unter den Erwartungen lagen. Die Verluste im dritten Quartal sollen sich demnach auf 313,4 Millionen Dollar oder rund 53 Cents pro Aktie belaufen, nach 274,8 Millionen Dollar oder 47 Cents im Vorjahr. Die Umsätze fielen um 47 Prozent, auf 818,3 Millionen Dollar. Analysten von First Calls hatten bei einen Verlust von 15 Cents erwartet.
Ebenfalls nach Börsenschluss gab Symantec, ein Hersteller von Internet-Sicherheitssoftware, eine Gewinnwarnung heraus. Der Gewinn im laufenden ersten Quartal wird zwischen 39 und 45 Cents pro Aktie liegen, die Analysten haben bisher durchschnittlich 65 Cents Gewinn pro Aktie erwartet. Mit einer Umsatz- und Gewinnwarnung nach der Glocke wartete überdies der Halbleiterkonzern ON Semiconductor auf.
Vor dem Hintergrund der deutlich verfehlten Erwartungen von Micron und der Tatsache, dass die deutschen Aktienmärkte die Aufwärtsbewegung der US-Börsen bereits während des Handelsverlaufes nachvollzogen hatten, ist heute ein schwächerer Start in Frankfurt nicht auszuschließen.
Wie es um die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bestellt ist, darüber wird heute der Ifo-Geschäftsklimaindex Auskunft geben. Analysten erwarten beim Index für Mai eine Bodenbildung. Im April hatte der Indikator die Erwartungen vieler Analysten noch unterschritten und fiel auf 92,5 Punkte - seinem tiefsten Stand auf Zwölfmonatssicht. Der Mai-Index wird vom Münchener ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Freitag veröffentlicht.
Hintergrund für den Optimismus der Experten ist die Erwartungskompenente des ifo-Geschäftsklima-Index. So habe sich der Rückgang bei diesem in die Zukunft gerichteten Bestandteil des Indikators zuletzt nicht mehr so dynamisch eingetrübt, hieß es.
Friseur-Gruppe geht an die Börse
Zum Wochenende ist nochmal viel los auf dem Neuemissionsparkett. Gleich zwei Unternehmen starten in den Handel. Softship geht an den Geregelten Markt und die Essanelle Hair Group in den Amtlichen Handel. Softship setzte seinen Preis mit 4,00 Euro unterhalb der Bookbuilding-Spanne fest. Im vorbörslichen Handel wurde der Titel kaum umgesetzt. Essanelle kosten 7,00 Euro. Der Preis liegt damit am unteren Ende der reduzierten Bookbuilding-Spanne.
Die niedrigen Ausgabepreise spiegeln die derzeit erneut sehr schwierige Lage für Neuemissionen wider. Händler erwarten nicht, dass sich dies in der nächsten Zeit ändern wird.
Essanelle scheint dem Ganzen auch noch nicht so recht zu trauen. So hält sich die erste Friseur-Gruppe auf dem Parkett ein Hintertürchen offen. Der Börsengang kann noch zurückgezogen werden. Wie aus einer Finanzanzeige des Unternehmens in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hervorgeht, behält sich die Konsortialbank bis zum 25. Juli vor, "die Durchführung des Angebots unter bestimmten Umständen abzubrechen. Zu diesen Umständen zählen neben negativen Entwicklungen an den internationalen Kapitalmärkten auch bestimmte Fälle höherer Gewalt." Das Ganze klingt doch schon ein wenig haarig.
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Freitag kurz vor Handelsschluss fester tendiert. Der Nikkei-Index legte um 82 Punkte zu und überwand damit wieder die psychologisch wichtige Marke von 13.045 Punkten.