Börsenausblick: Schwerer Handelstag - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Schwerer Handelstag

Angesichts eines hohen Ölpreises und deutlichen Verlusten an der Nasdaq sehen Marktbeobachter vor allem konjunktursensible Titel unter Druck. Im Blickpunkt der Händler stehen außerdem DaimlerChrysler und MAN.
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Frankfurt am Main - Marktbeobachter gehen von leicht schwächeren Kursen zur Eröffnung am Mittwoch aus. Der hohe Ölpreis und die politischen Spannungen im Nahen Osten trüben die Stimmung und schüren Ängste, dass die aufkeimende Konjunkturerholung gebremst werden könnte.

Der Dax ging am Dienstag rund 1,6 Prozent schwächer auf 5311 Zählern aus dem Handel. Die deutlichen Verluste an der US-Technologiebörse Nasdaq drückten den Nemax 50 sogar um 2,2 Prozent: Er konnte sich bei 1005 Zählern nur noch knapp über der Marke von 1000 Punkten halten.

Im Blickpunkt der Händler werden wieder die Technologiewerte stehen, die am Vortag deutlich nachgegeben hatten. Sorgen um das Wirtschaftswachstum haben die konjunktursensiblen Titel belastet.

DaimlerChrysler   sollte von guten Absatzzahlen der Tochter Mercedes in den USA profitieren. Negativ dürfte sich hingegen ein leichter Absatzrückgang bei Chrysler bemerkbar machen. Mercedes-Benz USA hat den Absatz im März 2002 gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent auf 20.230 (19.166) Fahrzeuge gesteigert und damit das beste März-Ergebnis sowie das zweitbeste Monatsergebnis überhaupt erzielt. In einer am frühen Mittwochmorgen veröffentlichten Mitteilung hebt die Tochter der Stuttgarter DaimlerChrysler AG besonders die gestiegenen Absätze bei C-Klasse und SL zurück.

Nach einem schwierigen Jahr 2001 will der MAN-Konzern   heute einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr für seine Nutzfahrzeugsparte geben. Im vergangenen Jahr hatte MAN Nutzfahrzeuge wegen der sinkenden Nachfrage nach Lastwagen und internen Problemen Verluste eingefahren. Vor Steuern entstand ein Fehlbetrag von 49 Millionen Euro. Stark belastet wurde die MAN-Nutzfahrzeugsparte durch Bilanzfälschungen bei der britischen Tochter ERF. Da diese Belastungen in diesem Jahr weg fallen, rechnen Experten mit einem deutlich besseren Ergebnis. Die Nutzfahrzeugsparte ist der größte Umsatzträger im MAN-Konzern. Im vergangenen Jahr trug die Sparte 6,7 Milliarden Euro zum Konzernumsatz von 16,3 Milliarden Euro bei.

Nasdaq schließt auf Tagestief - Euro unter 88 Cent

Der deutliche Ölpreisanstieg und schlechtere Aussichten für Gewinne im Computersektor haben am Dienstag an der Wall Street die Stimmung belastet. Die Nasdaq fiel um 57,66 Punkte oder 2,8 Prozent auf 1804 Punkte. Der Dow Jones verlor 47,95 Punkte oder 0,4 Prozent auf 10.314 Zähler. Prominenter Verlierer war Microsoft   nach einer negative Ertragsprognose durch die Investmentbank Goldman Sachs.

Mineralölwerte profitierten von den wachsenden Spannungen in Nahost. Hauptgewinner waren ExxonMobil und ChevronTexaco. An der Rohstoffbörse in New York notierte der Preis für ein Barrel Öl bei 28 Dollar und damit auf seinem höchsten Stand seit mehr als sechs Monaten.

In Washington meldete die Regierung einen Rückgang der Industrieaufträge um 0,1 Prozent im Februar. Hieraus schlossen Händler, dass sich der Wirtschaftsaufschwung weniger robust vollzieht als zunächst erwartet.

Euro-Kurs wieder unter 0,88 Dollar

Der Kurs des Euro ist im frühen Handel am Mittwoch wieder unter die Marke von 0,88 Dollar gerutscht. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Morgen in Frankfurt bei 0,8787 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag bei 0,8786 Dollar festgesetzt. Am Abend hatte der Euro dann die Marke von 0,88 Dollar überwunden.

Der Euro habe kaum von der angespannten Lage im Nahen Osten und den Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Ölpreisentwicklung profitieren können, sagten Händler. Das Britische Pfund, der Schweizer Franken und der Australische Dollar würden zur Zeit als sichere Anlagewährungen betrachtet.