Börsenausblick Sorgen in Euroland
Hamburg - Die Vorgaben für den Handelstag sind uneinheitlich. Die Industriewerte im Dow Jones schlossen mit 0,4 Prozent auf 10.910 Zähler leicht im Plus. Die US-Technologiebörse Nasdaq gab zum dritten Mal in vier Handelstagen nach und ging mit einem Verlust von rund 1,3 Prozent bei 2129 Zählern aus dem Handel.
Im Fokus der Investoren dürfte heute vor allem die Hauptversammlung der Dresdner Bank stehen. Bernd Fahrholz wird den Aktionären noch zahlreiche Fragen zur Übernahme der Allianz beantworten müssen. Dazu zählt unter anderem die Frage nach der zukünftigen Rolle der drittgrößten deutschen Geschäaftsbank. Die Aktionäre wird sicherlich auch interessieren, was aus der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein und der Immobiliensparte werden wird.
Nicht zuletzt warten Investoren und Aktionäre auf die Zahlen zum ersten Quartal, die nach Auffassung von Analysten nicht berauschend ausfallen sollen.
Nach der überraschenden Leitzinssenkung der EZB sehen Börsianer einen Aufwärtstrend an den deutschen Börsen wieder in weiterer Ferne. Der Dax ist am Donnerstag deutlich unter die Marke von 6200 gefallen. Nach Ansicht von Analysten ist dies aber die Voraussetzung für eine mögliche Steigerung auf 6400 Punkte. Die Anleger schienen der überraschenden Botschaft Wim Duisenbergs auch nicht so recht Glauben schenken zu wollen. Die Kurse fielen am späten Nachmittag bereits wieder ab.
Die Zinssenkung hinterlässt einen faden Nachgeschmack bei den Marktbeobachtern. Dass die Währungshüter das ihr so wichtige Geldmengenwachstum vermeintlich falsch eingeschätzt habe, wird kritisiert. Nicht zuletzt bleibt die Vermutung, dass die Währungshüter nur dem politischen Druck nachgegeben haben.
Die asiatische Leitbörse in Tokio zeigte sich kurz vor Handelsschluss fester. Der Nikkei schloss mit 0,2 Prozent im Plus bei 14.044 Punkten.