Börsenausblick: Sorgen um die T-Aktie - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börsenausblick Sorgen um die T-Aktie

Volkswagen steht heute im Blickpunkt. Im Technologiesektor belastet der Ausblick von Hewlett Packard. Der Nikkei hat sich mit einem Endspurt berappelt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Am heutigen Handelstag gebührt das Hauptinteresse der Old Economy: Die Aktionäre von Volkswagen treffen sich heute in Hamburg zur Hauptversammlung. Die Abwehr einer feindlichen Übernahme, die Abspaltung der Tochter Audi und der Streit mit verschiedenen Investmentfonds dürften die HV bestimmen.

Fondsmanager werden den Druck auf Unternehmenschef Ferdinand Piech erhöhen, Vorzugsaktien möglichst bald in Stammaktien umzuwandeln. "One share, one vote" heißt die Devise - und die Fonds, die sich bereits mit günstigen Vorzugsaktien eingedeckt haben, hoffen auf satte Gewinne.

Auch beim Energiekonzern RWE geht es während der heutigen Hauptversammlung in Essen um ein Aktienrückkaufprogramm. Die RWE-Aktie tendierte gestern in einem schwächeren Gesamtmarkt nahezu unverändert.

Gewinnmitnahmen und Gewinnwarnungen haben gestern den viertägigen Aufwärtstrend an der Nasdaq unterbrochen. Auch der Industrieindex Dow Jones gab leicht nach. Insbesondere der Finanzsektor litt unter den Verlusten von JP Morgan. Carly Fiorina, Chefin von Hewlett Packard, warnte erneut vor schwachen Umsätzen im zweiten Quartal: Nach der Gewinnwarnung von Sun drückt dies auf die Stimmung bei den Technologiewerten. Auch dem Tabakkonzern Philip Morris steht Ärger ins Haus: Ein Gericht verurteilte den Konzern nach der Klage eines krebskranken Rauchers zu einer Strafe von drei Milliarden Dollar sowie zu sechs Millionen Dollar Schadenersatz.

Wenig Vertrauen haben US-Investoren auch in die T-Aktie: Ehemalige Voicestream-Aktionäre werfen das Papier der Deutschen Telekom in großen Mengen auf den Markt. Spannend wird die Frage, ob sich die T-Aktie bei insgesamt gedämpfter Stimmung heute von ihrem Zwei-Jahres-Tief (23,30 Euro) erholen kann, auf das sie gestern nach massiven Verlusten gefallen ist.

Endspurt in Japan

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat nach einem schwachen Start deutlich zugelegt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte ging mit einem Gewinn von 0,8 Prozent bei 13.277 Zählern aus dem Handel. Zu Handelsbeginn belastete die Schwäche von exportorientierten Technologie- sowie Autowerten den Markt. Japan Tobacco litt zudem unter dem Urteil gegen Philip Morris. Hochtechnologiewerte wie Matsushita Electric konnten zum Handelsschluss jedoch deutlich aufholen, während Sony mit Verlust aus dem Handel ging. Der Hang-Seng-Index in Hongkong gab bis zur Mittagspause um 0,2 Prozent nach.

EZB-Sitzung und Konjunkturdaten

Außer der heutigen Sitzung des EZB-Rates stehen heute die deutschen Arbeitsmarktdaten für Mai an. Weiterhin endet heute die Zeichnungsfrist für die Flughafenaktie Fraport und für den Medizintechnik-Hersteller Pulsion Medical Systems.

Der Euro notierte am Donnerstag Morgen mit 0,8483 Dollar weiterhin deutlich unter der 85-Cent-Marke. Händler erwarten von der heutigen EZB-Sitzung keine Zinssenkung: Hohe Inflationsraten sprechen dagegen. Analysten erwarten jedoch zumindest Hinweise auf einen Zinsschritt.