Börsenausblick Spannung vor den ifo-Zahlen
Frankfurt am Main - In dieser Woche werden die Ergebnisse von mehreren Dax-Konzernen und US-Konjunkturdaten das Geschehen an der Börse bestimmen. Die Märkte erwarten dabei auch in den kommenden fünf Handelstagen zum Teil stark schwankende Kurse insgesamt aber eine Seitwärtstendenz des Dax.
Aus deutscher Sicht steht heute der ifo-Geschäftsklimaindex im Zentrum des Interesses. Nachbörslich berichten die US-Konzerne Texas Instruments und American Express über das vierte Quartal. Aus Sicht von Analysten haben die Unternehmen in der laufenden Berichtssaison bislang die bereits gesenkten Erwartungen überwiegend getroffen. Der zumeist verhaltene Ausblick der Konzerne ließ die Anleger allerdings vorsichtig agieren und mehrheitlich eher in Lauerstellung verharren.
Heute wird der ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht - erstmals aktuell für den laufenden Monat Januar. Im Schnitt rechnen Analysten mit einem Anstieg auf 85,6 Punkte nach 84,9 Punkten. Das Geschäftsklima in der deutschen Industrie im Monat Januar sei nach Ansicht von Volkswirten auf Grund eines geänderten Erhebungsverfahrens des Index des Münchener ifo-Institutes allerdings nur schwer vorherzusagen.
Das ifo-Institut hatte die Umstellung mit der EU-weiten Harmonisierung der Sentiment-Erhebungen begründet. Wegen der Umstellung wird das Institut indes keinen Dezember-Wert erheben, sondern nur die November-Daten interpolieren.
Am Donnerstag werden mit Deutsche Bank , Epcos , Linde und MLP vier Dax-Konzerne in ihre Bücher geben. Aus der zweiten Reihe melden sich unter anderem Altana und die Software AG zu Wort.
Die Zahlen der Deutschen Bank ließen sich auf Grund einer Umstellung der Rechnungslegungsstandards von IAS auf US-GAAP nur schwer vorhersagen, erklärten Analysten. Bei Epcos waren sie sich dagegen schon sicherer: Die Geschäftsentwicklung des Herstellers von elektronischen Komponenten, die unter anderem in Mobiltelefonen Verwendung finden, wurde von Experten überraschend pessimistisch eingestuft.
Was die vorläufigen Umsatzzahlen von Linde angeht, zeigten sich Marktbeobachter dagegen optimistisch. Es sei schon deshalb mit einem hohen Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr zu rechnen, weil der Konzern zahlreiche Aufträge in das letzte Quartal gebucht habe. Eine positive Entwicklung bei Umsatz und Gewinn erwarten sich Experten von den vorläufigen Geschäftszahlen des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP.
Bereits am Dienstag stehen mit den Zahlen zum Verbrauchervertrauen neue Konjunkturdaten aus den USA an. Analysten der Wall Street erwarten, dass sich der vom New Yorker Forschungsinstitut Conference Board ermittelte Index von 93,7 im Dezember auf 96,9 (Januar) erhöht hat. Das Handelsministerium gibt am gleichen Tag den Auftragseingang für langlebige Wirtschaftsgüter bekannt.
Zudem beginnt der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) seine zweitägige Sitzung. Die große Mehrheit der Experten rechnet damit, dass die Leitzinssatz von 1,75 Prozent beibehalten wird.
Am Mittwoch dann werden die Daten zum US-Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal bekannt gegeben. Analysten von Reuters rechnen mit einem Rückgang von rund einem Prozent, nachdem das BIP im dritten Quartal um 1,3 Prozent gefallen war.
Die asiatische Leitbörse in Tokio präsentierte sich am Montag fester. Der Nikkei schloss 0,8 Prozent fester auf 10.220 Zählern.