Börsenausblick: Sun erschreckt Anleger - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Sun erschreckt Anleger

Trotz der leichten Erholung am Vorabend zögern Anleger mit dem Wiedereinstieg. Nachrichten von Sun Microsystems schüren die Skepsis, und vor dem verlängerten Wochenende stehen neue US-Konjunkturdaten an. In Frankfurt stehen MobilCom und CargoLifter im Blickpunkt.
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Frankfurt am Main - Händler rechnen für heute mit einem etwas schwächeren Auftakt und erneut mit starken Schwankungen im Dax. Der Dow Jones hat im späten Handel leicht nachgegeben und schloss 0,3 Prozent im Minus, nachdem er um 20 Uhr noch 0,4 Prozent fester notiert hatte. Er schloss mit 8670 Punkten jedoch klar über der wichtigen Unterstützungslinie von 8600 Punkten. Der Technologieindex Nasdaq Composite verteidigte dagegen seine Gewinne von 1,6 Prozent.

Sun mit Umsatzwarnung

Nach Börsenschluss drückte jedoch der Hardware-Hersteller Sun Microsystems auf die Stimmung: Das Unternehmen erwartet einen Umsatzrückgang für das im September auslaufende erste Geschäftsquartal. Gegenüber dem Vorquartal werde ein Umsatz am unteren Ende der Prognosespanne von 10 bis 15 Prozent erwartet, teilte das Unternehmen während einer Analystenkonferenz mit. Das Umfeld für weitere Investitionen in den Computer- und IT-Sektor könnte sich verschlechtern, sagte Sun-Finanzchef Stephen McGowan. Die Aktie von Sun gab im nachbörslichen Handel um rund drei Prozent nach und setzte damit ihre Talfahrt seit Mittwoch fort. Die Analysten von Goldman Sachs hatten bereits in einer Studie bezweifelt, dass Sun seine bisherigen Planzahlen einhalten kann. Auch Novellus Systems erwartet einen Umsatzrückgang.

Neue Konjunkturdaten erwartet

Da sich Analysten erneut negativ zur Chipbranche geäußert haben, dürften sich Anleger vor dem verlängerten Wochenende mit neuen Investments zurückhalten. Am Montag bleibt die Wall Street wegen des "Labor Day" geschlossen. Außerdem stehen heute weitere US-Konjunkturdaten an: Um 15.45 wird der endgültige Verbrauchervertrauens-Index der Universität Michigan veröffentlicht, der die Börsen bereits am Mittwoch auf Talfahrt geschickt hatte. Um 16 Uhr folgt der Einkaufsmanagerindex Chicago: Volkswirte erwarten einen leichten Anstieg von 51,5 auf 51,8 Punkte.

Aktienrückkauf - Kurssprung bei Yahoo

Doch auch im unsicheren Börsenklima gab es Gewinner. Zu den stärksten Werten an der Nasdaq zählten die Aktien der Internet-Plattform Yahoo  .Wie das Unternehmen mitteilte, hat es 11 Millionen seiner Aktien von der Softbank im Wert von 100 Millionen US-Dollar zurückgekauft. Der Titel kletterte daraufhin um 12,81 Prozent auf 10,30 US-Dollar.

Die Halbleiterwerte präsentierten sich uneinheitlich. Die Analysten von Morgan Stanley haben die Aktien von Micron Technology auf "Untergewichten" nach unten gestuft. Als Grund nannten die Experten die derzeit niedrigen Preise für die DRam-Speicher. Zudem sei der Nachfragesprung zu Schulbeginn geringer ausgefallen als erwartet.

GE und Alcoa belasten den Dow

Die Aktien des Mischkonzerns General Electric   gaben nach und belasteten den Dow. Der Mischkonzern will seine Beleuchtungssparte mit der auf Hochtouren laufenden Haushaltsgerätesparte zu einem Geschäftsbereich mit acht Milliarden Dollar Umsatz zusammenlegen, um Kosten zu sparen. Auch Caterpillar  , Eastman Kodak  und Alcoa   gehörten zu den Verlierern.

Dax schwächer erwartet

Dax schwächer erwartet

Zum Handelsauftakt in Frankfurt rechnen Händler mit leichten Verlusten. An den Märkten herrscht nach dem scharfen Abschwung Mitte der Woche Orientierungslosigkeit. Der Index, der noch zu Wochenbeginn Anlauf auf die 4000 Punkte genommen hatte, war am Vortag zeitweise deutlich unter die 3600 Punkte gefallen.

Auch die Konjunkturdaten in Deutschland sind nicht gerade ermutigend. Im August waren erneut über vier Millionen Menschen in Deutschland ohne Arbeit. Insgesamt betrug die Zahl der Erwerbslosen im Monat August 4,04 Millionen, berichtet die "Die Welt" in ihrer Freitagsausgabe unter Berufung auf Arbeitsmarktexperten. Das ist den Angaben zufolge die höchste August-Arbeitslosigkeit seit drei Jahren.

Versicherer leicht erholt Der erneute Kursrutsch bei den Versicherungstiteln hatte den Dax am Donnerstag stark belastet. Mit Hilfe der am Abend wieder anziehenden US-Börsen konnte der Index jedoch seine Verluste wieder reduzieren und ging 0,6 Prozent schwächer auf 3660 Zähler aus dem Handel. Der Nemax 50 gab 0,7 Prozent ab und schloss unter 500 Punkten.

Die Papiere der Münchener Rück   reduzierten ihre Verluste deutlich. Der weltgrößte Rückversicherer ist im abgelaufenen Quartal wegen Abschreibungen für die defizitäre US-Tochter American Re in die roten Zahlen gerutscht. Auch die Allianz   reduzierte ihre Verluste auf 2,6 Prozent und könnte heute zu einer Erholung ansetzen. Die Aktie hatte gestern zeitweise mehr als vier Prozent nachgegeben, da der Konzern die Schadenbelastung aus den jüngsten Überschwemmungen in Mitteleuropa für auf rund 550 Millionen Euro schätzt. Dies entspreche jedoch weniger als zwei Prozent des erwarteten Schadenvolumens für 2002, hieß es.

Trotz der Unsicherheit in der Hightechbranche waren die Aktien von SAP und der Deutschen Telekom   bereits gestern ins Plus gedreht. Die T-Aktie   legte zuletzt 0,7 Prozent zu und kostete 11,32 Euro.

CargoLifter und MobilCom im Fokus

Im MDax zogen die Aktien von CargoLifter   am Donnerstag gegen Handelsende stark an und schlossen knapp 60 Prozent fester bei 0,63 Euro. Das Sanierungskonzept für den insolventen Luftschiffbauer soll nach Angaben des Landes Brandenburg realisiert und weiterentwickelt werden.

Am Neuen Markt drehten die Papiere von MobilCom   nach anfänglichen kräftigen Verlusten deutlich ins Plus und schlossen 12,2 Prozent im Plus bei 7,29 Euro. Einem am Abend vorab veröffentlichten Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge rechnet MobilCom mit einem baldigen Übernahmeangebot des Großaktionärs France Télécom. Am Donnerstagmorgen hatte das Unternehmen wie erwartet einen hohen Verlust bekannt gegeben.

Nikkei unverändert, Euro fest

Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag uneinheitlich geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 ging beim Stand von 9619 Punkten unverändert ins Wochenende. Der breit angelegte Tobix verbesserte sich minimal. Der Euro wurde fester mit 0,9848 Dollar notiert nach 0,9827 Dollar am Vortag zur gleichen Zeit.