Börsenausblick: Tech-Giganten sorgen für Partylaune - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börsenausblick Tech-Giganten sorgen für Partylaune

Intel und Motorola bringen die Börsianer in Stimmung. Händler rechnen erneut mit einem festen Start der Märkte. Die Gewinner von gestern dürften zunächst weiter klettern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Die überraschend starken Unternehmenszahlen am "Super Tuesday" hatten bereits gestern für kräftige Gewinne an den Börsen gesorgt. Nicht nur Technologietitel, sondern auch Old-Economy-Werte wie Coca-Cola   , Johnson & Johnson und der Automobil-Gigant General Motors   meldeten steigende Umsätze und übertrafen die Gewinnerwartungen. Im Tech-Sektor hoben die Ergebnisse von Texas Instruments, Novellus und Philips die Laune der Anleger.

Der Dax legte gestern mit dem Rückenwind aus New York 1,9 Prozent auf 5343 Zähler zu, während der Nemax 50 sogar um 4,4 Prozent auf 950 Punkte kletterte. Der Dow Jones (plus 2,1 Prozent) und der Nasdaq Composite (plus 3,6 Prozent) blieben auch im späten Handel auf hohem Niveau: Der Technologieindex konnte dabei die wichtige Marke von 1800 Zählern übersteigen.

Intel und Motorola nachbörslich im Plus

Nachbörslich gab es weitere gute Nachrichten: Der weltgrößte Chiphersteller Intel   blieb mit einem Gewinn von 14 Cents je Aktie im ersten Quartal 2002 knapp im Rahmen der Erwartungen. Der Quartalsumsatz legte leicht um zwei Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar zu. Der positive Ausblick bescherte der Aktie, die bereits gestern um knapp fünf Prozent gestiegen war, nachbörslich ein weiteres deutliches Plus. Der Chip-Konzern erwartet für das zweite Quartal 2002 einen Umsatz zwischen 6,4 Milliarden Dollar und sieben Milliarden Dollar.

Auch der Technologiekonzern Motorola erfreute die Anleger. Motorola hat im ersten Quartal 2001 seinen Verlust verringert und gleichzeitig weniger umgesetzt als im Vorjahr. Konzernchef Christopher Galvin bekräftigte, Motorola werde in der zweiten Jahreshälfte die Gewinnzone erreichen. Im Gesamtjahr werde das Unternehmen profitabel wirtschaften, wenn Sonderposten ausgeklammert würden. Motorola wies für das erste Jahresviertel nach dem US-Bilanzierungsstandard GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) einen Verlust von 20 Cent je Aktie aus nach minus 24 Cent im Vorjahr. Der Verlust war geringer als von einigen Analysten befürchtet.

Weitere Zahlen - bleibt Greenspan gelassen?

Heute gibt Notenbankchef Alan Greenspan seine Einschätzung der Konjunktur vor dem US-Kongress. Bereits gestern hatte das US-Arbeitsministerium bekannt gegeben, dass die Verbraucherpreise im März geringer gestiegen sind als von Experten erwartet. Damit sinkt das Inflationsrisiko: Die Fed kann sich mit Zinserhöhungen also weiter Zeit lassen, und Börsianer setzen auf diese "wait and see"-Haltung.

Heute melden unter anderem Philip Morris  , Ford, Pfizer und IBM   Quartalszahlen. Nach Börsenschluss werden AMD und Apple Ergebnisse melden.

Fester Start im Dax erwartet

Fester Start im Dax erwartet

Die positive Branchenstimmung hat besonders den Technologiewerten im Dax ein kräftiges Plus beschert. Die T-Aktie legte bereits gestern um mehr als fünf Prozent zu und überstieg wieder die 17-Euro-Marke. Auch der Softwarehersteller SAP   , der morgen seine US-Quartalszahlen bekannt gibt, kletterte um 5,1 Prozent.

Der Chiphersteller Infineon   , der bereits gestern um 5,6 Prozent auf 24,20 Euro gestiegen ist, dürfte auf Grund des positiven Ausblicks von Intel   zunächst weiter klettern. Auch die Papiere der Konzernmutter Siemens   gewannen bereits am Dienstag 3,4 Prozent auf 71,50 Euro hinzu: Analysten begrüßen überwiegend die Zusammenarbeit von Siemens und Motorola bei UMTS-Handys.

Zykliker gefragt

Auch die Autotitel profitieren von den guten Zahlen von General Motors: DaimlerChrysler   , BMW   und Volkswagen   dürften zulegen, wenn sich die Konjunktur aufhellt und die Konsumenten wieder Lust zum Kaufen haben. Neben den Technologiewerten zählen unter anderem Auto- und Chemietitel zu den zyklischen Werten, die von einer Konjunkturwende deutlich und frühzeitig profitieren werden: Voraussetzung bleibt dabei, dass neben den Konjunkturdaten auch die weiteren Quartalsergebnisse der US-Konzerne eine Konjunkturwende bestätigen.

Rallye in Tokio

Rallye in Tokio, Euro etwas fester

Die Aktienbörse in Tokio hat mit deutlichen Gewinnen auf die guten Vorgaben aus den USA reagiert. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte legte um 197 Punkte oder 1,7 Prozent zu und schloss bei 11.543 Zählern. Der Kurs des Euro ist am Mittwoch leicht auf 0,8835 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag bei 0,8803 (Montag: 0,8802) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 1,1360 (1,1361)