Börsenausblick Tech-Werte kriseln, Bayer greift zu
Frankfurt am Main - Experten erwarten von der heutigen Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank Fed eine erneute Senkung des Leitzinses. Die Entscheidung soll um 20.15 Uhr deutscher Zeit bekannt gegeben werden. Tritt die Erwartung der Analysten ein, fällt der entscheidende Zinssatz für Tagesgeld erneut um 50 Basispunkte auf dann 2,5 Prozent.
Es wäre die neunte Zinssenkung in den USA in diesem Jahr. Für den Rest des Jahres rechnen Marktteilnehmer darüber hinaus mit einer weiteren Zinssenkung. Bis zum Dezember könnte der Leitzins in den USA auf 2,0 Prozent gesenkt werden und damit den tiefsten Stand seit den 1980er Jahren erreichen.
Eine Gewinnwarnung von Compaq drückt auf die Stimmung. Der US-Computerhersteller erwartet im dritten Quartal einen operativen Verlust von 5 bis 7 US-Cent je Aktie. Die von First Call/Thomson Financial befragten Analysten hatten einen Gewinn von 5 Cent je Aktie prognostiziert. Die Umsatzprognose für das dritte Quartal werde auf 7,4 Mrd. bis 7,5 Mrd. US-Dollar (USD) zurückgenommen, hieß es. Das sind zwölf Prozent weniger als in den vorangegangenen drei Monaten.
Autotitel leicht erholt
Nach der Erholung der Vorwoche - der Dax hatte in der vertgangenen Woche 14 Prozent zugelegt - haben die Börsen gestern zum Wochenstart wieder leicht nachgegeben. "Die Erholung ging zu schnell", sagte ein Händler. Dax (minus 1,6 Prozent) und Nemax (minus 2,9 Prozent) starteten ebenso wie der Dow Jones (minus 0,1 Prozent) und der Nasdaq Composite Index (minus 1,2 Prozent) mit Verlusten in die Woche. Der US-Einkaufsmanager-Index NAPM ist am Montag allerdings weniger stark gefallen als von Volkswirten erwartet.
Fest tendierten gestern die Autotitel DaimlerChrysler und BMW sowie die Energieversorger RWE und Eon . Einen neuen Schwächeanfall haben am Montag Preussag und die Deutsche Bank erlitten.
Das Interesse der Anleger dürfte heute außerdem die Aktie von Bayer auf sich ziehen: Bayer teilte am Dienstagmorgen mit, der Kauf von Aventis Cropscience zum Preis von 7,25 Milliarden Euro sei vollzogen. Für die Sparte "Bayer Cropscience" werde nun ein Geschäftvolumen von 6,5-7 Milliarden Euro erwartet.
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat trotz der Veluste an der Wall Street Boden gut gemacht. Der Nikkei-Index für die 225 führenden Werte ging mit einem Plus von 1,7 Prozent aus dem Handel, bei einem Endstand von 10136 Zählern. Händler erklärten die Kursgewinne in Japan unter anderem mit Eindeckungen für weitere Leerverkäufe bei größeren Banken, nachdem UFJ Holdings die lang erwartete Gewinnwarnung veröffentlicht habe.
Technologie-Schwergewichte wie Sony, NEC und Fujitsu litten dagegen unter der Gewinnwarnung von Compaq. Bei Autowerten wie Toyota, Honda und Nissan gab es Gewinnmitnahmen, nachdem sie in den vorherigen Sitzungen deutliche Aufschläge eingefahren hatten.
Kaum verändert tendierte der Euro. Die Gemeinschaftswährung wurde am Morgen mit 0,9161 Dollar gehandelt.