Börsenausblick Technologie- und Autowerte angezählt
Frankfurt am Main - Nach einem schwächeren Donnerstagshandel werden die Kurse im Dax und Nemax auch im frühen Handel am Freitag voraussichtlich wieder unter leichten Abgabedruck stehen. Negative Vorgaben aus den USA und Japan trüben die Stimmung, zudem lasten Gerüchte von IBM und Ford auf Hightechs und Automobilbauern.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass viele Händler erst die Ergebnisse der angelaufenen Berichtssaison abwarten würden. Die Umsätze könnten also schwach ausfallen.
Am Nachmittag stehen wieder Konjunkturdaten aus den USA an: Gegen 14.30 Uhr sollen die Erzeugerpreise für den Monat Dezember veröffentlicht werden. Analysten erhoffen sich von den Daten Aufschluss über die konjunkturelle Situation. Unterdessen sieht EZB-Chefvolkswirt Ottmar Issing "zarte Anzeichen dafür, dass sich der Aufschwung anbahnt." In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte Issing, im ersten Quartal diesen Jahres werde es noch nicht zügig nach oben gehen. Einen klaren Wendepunkt zu bestimmen sei aber sehr schwierig. Belastend für den Aufschwung könnte sich allerdings noch ein hoher Ölpreis und hohe Lohnabschlüsse auswirken.
Unternehmensnachrichten kommen zum Wochenschluss hauptsächlich aus der Branche der Automobilbauer. Auf einer Investorenkonferenz wird Ford heute voraussichtlich einen Gesamtverlust im Geschäftsjahr 2001 von rund 2,5 Milliarden Dollar bekannt geben. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" weist die General-Motors-Tochter Opel einen Fehlbetrag von 680 Millionen Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr aus.
Positive Nachrichten hat dagegen BMW zu vermelden. Die Münchner wollen weiter in den Ausbau des US-Werkes in Spartanburg investieren, obwohl wegen des starken Dollar-Kurses der Import in die USA derzeit rentabler ist als die Produktion dort.
Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat sich mit seinem Schweizer Wettbewerber Syngenta im Patentstreit um eine Pflanzenschutzwirkstoffgruppe geeinigt und damit eine Reihe von Rechtsstreitigkeiten beendet. Im Zuge dieser Vereinbarung werde Syngenta 120 Millionen Dollar an Bayer zahlen, teilte der Konzern mit. Im Gegenzug erhält Syngenta von Bayer für die Wirkstoffgruppe den weltweiten, vollständigen Zugang zu Pflanzenschutz- und pflanzenschutzverwandten Märkten.
Der Schweizer Pharmakonzern Roche ist dagegen erneut mit einer hohen Geldbuße in den USA konfrontiert. Ein US-Bundesgericht in Greenbelt im Staat Maryland verurteilte Roche am Donnerstagabend zur Zahlung von 500 Millionen Dollar. Das Urteil betrifft den Streit um Lizenzrechte mit der US-Firma Igen. Roche kündigte in einer in Basel veröffentlichten Mitteilung umgehend eine Revision gegen die Entscheidung an.
Minuszeichen in New York und Tokio
Der japanische Aktienmarkt hat am Freitag schwächer geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte fiel um 96,84 Punkte und beendete den Handel beim Stand von 10.441 Punkten. Das entspricht einem Verlust von 0,9 Prozent zum Schlussstand am Donnerstag.
Nach Einschätzung von Händlern hielten sich Investoren vor dem bevorstehenden langen Wochenende zurück. Sie wollten abwarten, wie die Wall Street in der kommenden Woche auf die in den USA anstehenden Veröffentlichungen von Firmenbilanzen reagiere. An diesem Montag bleibt die japanische Börse wegen eines Feiertags geschlossen.
In den USA fiel der Dow Jones 26,23 Punkte oder 0,2 Prozent auf 10.067 Zähler. Die Nasdaq gewann 2,35 Punkte oder 0,1 Prozent auf 2047 Zähler. Händler begründeten die Schwäche bei den Standardwerten mit anhaltenden Anlegersorgen, dass die jüngsten Kursgewinne im Lichte der Ertragserwartungen nicht zu rechtfertigen seien.
"Es würde mich überraschen, wenn wir das erste Quartal ohne größere Rückschläge überstünden", sagte Bob Doll von der Anlagefirma Merrill Lynch Investment Management, die ein Vermögen von mehr als 500 Milliarden Dollar verwaltet. Prominentester Dow-Jones-Verlierer waren IBM . Es kursierten Gerüchte, der Computer-Gigant werde seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das vierte Quartal nicht erreichen. IBM fielen 2,53 Dollar auf 122,14 Dollar.