Börsenausblick ThyssenKrupps Gewinn bricht massiv ein
Frankfurt am Main Die Wirtschaft in Deutschland wächst wieder, das ist die gute Nachricht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2002 verglichen mit dem Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt bereits am Morgen mit. Im Jahresvergleich schrumpfte das BIP hingegen real um 1,2 Prozent. Als Grund nannten die Experten vor allem den Rückgang der Bruttowertschöpfung im Produzierenden Gewerbe um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Weniger erfreuliche Nachrichten gab es dagegen von ThyssenKrupp . Der Konzern überraschte vor Handelsbeginn mit einer Gewinnwarnung. ThyssenKrupp hat die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2001/02 (30. September) werde durch weitere Umstrukturierungs-Aufwendungen in Höhe von 100 Millionen Euro belastet und werde deshalb unter den bisher erwarteten 500 Millionen Euro liegen. Auch der Konzernumsatz werde auf Grund der Rückgänge im ersten Halbjahr unter dem Wert des Vorjahres liegen.
Bewegung könnte heute erneut in die Aktien der Deutsche Telekom kommen. Nach enttäuschenden Quartalszahlen und kräftigen Kursverlusten kündigte der Konzern nach Börsenschluss den Abbau von 23.000 Stellen an. Die Telekom will bis 2004 offenbar mehr Arbeitsplätze abbauen als geplant. Ziel sei es, zusätzlich 10.000 Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen zu streichen, sagte Personal-Vorstand Heinz Klinkhammer dem "Handelsblatt". In Deutschland mit zurzeit knapp 180.000 Beschäftigten sollen demnach unter dem Strich 23.000 Stellen wegfallen.
Am Neuen Markt hat T-Online vor Handelsbeginn seine Geschäftszahlen vorgelegt. Die Internet-Tochter der Deutschen Telekom, hat im ersten Quartal 2002 ihren operativen Verlust deutlich reduziert. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) fiel ein Verlust von 14 Millionen Euro an. Damit sei das Minus im Vergleich zum Vorjahr um 79 Prozent geschrumpft, teilte das Unternehmen.
Das Konzernergebnis war mit Minus 89,7 Millionen Euro weiterhin klar in den roten Zahlen. Im Vorjahresquartal hatte der Verlust 121,1 Millionen Euro betragen. Der Konzernumsatz wurde um 31 Prozent auf 366 Millionen Euro gesteigert.
Die Schweizer Berna Biotech will die am Neuen Markt notierte Rhein Biotech für 279 Millionen Euro (405 Millionen Schweizer Franken) übernehmen. Die Aktionäre der Rhein sollen nach einer Kapitalerhöhung des Schweizer Unternehmens für je einen ihrer Anteile 1,42 Namensaktien der Berna Biotech AG sowie 33,75 Euro in bar erhalten, teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag in Pflichtmitteilungen mit.
Diese Vereinbarung ergebe auf Basis des Durchschnittskurses der letzten fünf Tage einen taxierten Wert von 68,50 Euro je Rhein-Biotech-Anteil, was einem Aufschlag von rund 43 Prozent bedeute. Der Aktienkurs von Rhein Biotech war am Mittwoch bei hohen Umsätzen um 7,14 Prozent auf 53 Euro gestiegen und dürfte heute erneut kräftig anziehen.
Die ebenfalls im Nemax 50 notierte Kontron hat schwache Quartalszahlen vorgelegt. Nach einer Pflichtmitteilung am Morgen fiel der Umsatz im ersten Quartal 2002 auf 47 Millionen Euro (1. Quartal 2001: 56 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) lag mit 3,4 Millionen Euro ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreszeitraum (6,6 Millionen Euro). Der Nettoergebnis lag bei 2,6 Millionen Euro (3,9 Millionen Euro). Der Gewinn beträgt den weiteren Angaben zufolge 10 Cents (16 Cents).
Wall Street dreht spät ins Plus
Wall Street schafft Sprung ins Plus
Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Mittwoche erst in der letzten Handelsstunde den Weg in die Pluszone geschlossen. Der Dow Jones gewann ein halbes Prozent auf 10.157 Zähler hinzu. Der Nasdaq Composite verbesserte sich um 0,6 Prozent.
Angesichts der wachsenden Nervosität nach Warnungen vor neuen Anschlägen in den USA hatten die US-Börsen am Mittwoch zunächst geringfügig im Minus tendiert. "Ausschlag gebend ist jetzt, ob sich die Wirtschaftsaktivität auf Grund all dieser terroristischen Bedrohungen verlangsamt, sagte James Volk, Händler bei D.A. Davidson. Am Dienstag hatten US-Behörden vor möglichen Anschlägen auf Wahrzeichen in den USA gewarnt. Am Mittwoch musste die New Yorker Brooklyn Bridge für eine Stunde geschlossen werden, weil die Behörden wegen eines verdächtigen Pakets ermittelten.
Das deutsche Chemie- und Pharmaunternehmen Altana hatte sein Debüt an der New Yorker Börse gegeben. Die Altana-Aktienhinterlegungsscheine notierten zuletzt mit 54,92 Dollar. Einer dieser Titel entspricht einer Altana-Aktie.
Nokia beteiligt sich zu zehn Prozent an dem amerikanischen Netzwerkprodukt-Anbieter Redback Networks. Es wurde kein Preis genannt. Nokia-Aktien verloren an Boden, während sich Redback massiv festigten.
Ford, General Motors und DaimlerChrysler tendierten höher. Das galt auch für den Pharmariesen Johnson & Johnson. Dagegen standen die Aktien des Heimwerker-Einzelhandelsriesen Home Depot ebenso unter Druck wie die Anteile des größten amerikanischen Bekleidungs-Einzelhändlers Gap. Citigroup kauft die Sparkassengruppe Golden State Bancorp für 5,8 Milliarden Dollar. Golden State legten kräftig zu, während die Citigroup-Aktien unter Druck gerieten.
Die asiatische Leitbörse in Tokio schloss fest. Der Nikkei gewann 0,2 Prozent auf 11.979 Zähler hinzu und scheiterte damit nur knapp an der psychologisch wichtigen Marke von 12.000 Punkten.