Börsenausblick Trendwende bei Technologietiteln?
Frankfurt am Main - Nach den herben Verlusten der Technologietitel in Dax und Nemax kam es in den USA am späten Abend zu einer Trendwende: Gestützt von einer Erholung der Halbleitertitel drehte der Technologieindex Nasdaq Composite um 0,4 Prozent ins Plus. Der Philadelphia Semiconductor Index fuhr einen Gewinn von 1,7 Prozent ein. Der Industrieindex Dow Jones erholte sich ebenfalls leicht und schloss auf Vortagesschluss: Gute Vorzeichen, dass Dax (minus 1,6 Prozent) und Nemax 50 (minus 3,4 Prozent) einen Teil ihrer Verluste zum Handelsstart wettmachen.
Die US-Konjunkturdaten und die Quartalszahlen von Oracle werden heute den Handelstag bestimmen. Die US-Einzelhandelsumsätze werden ein Test für die Einschätzung der Notenbank sein: Die Fed hatte am Dienstag die Zinsen zum elften Mal in diesem Jahr gesenkt und diesen Schritt mit anhaltenden Risiken für eine weitere wirtschaftliche Abschwächung begründet. Am Folgetag bestätigten die Gewinnwarnungen des Pharmakonzerns Merck und von American Express die trübe Situation. "Im laufenden Berichtszeitraum werden die Quartalsberichte sehr häßlich ausfallen," kommentierte ein US-Fondsmanager. Deshalb haben Anleger erst einmal Gewinne mitgenommen.
Infineon fährt Achterbahn
Chancen auf eine Erholung zum Auftakt hat heute der Chiphersteller Infineon , die gestern mit einem Verlust von 13 Prozent auf 22,65 Euro größter Verlierer im Dax waren. Die Furcht vor einer Verwässerung durch neue Aktien überwiege die positive Nachricht, dass Infineon mit seinen Verhandlungen mit dem japanischen Konzern Toshiba einen Schritt weiter gekommen sei, hieß es bei Händlern. Doch nach dem Stimmungswandel in New York könnte auch hier das Sentiment wieder drehen. Auch Epcos (minus vier Prozent) und Siemens (minus 2 Prozent) dürften sich zunächst wieder in der oberen Dax-Hälfte wiederfinden.
Feindliche Übernahme von ThyssenKrupp?
Dem Industriekonzern ThyssenKrupp droht nach Informationen der "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung" (NRZ) offenbar eine feindliche Übernahme-Attacke. Wie die Zeitung in ihrer Donnerstag-Ausgabe berichtet, arbeiten Frankfurter Banken bereits an einem Konzept mit dem Decknamen "Plan Alpha". Die Fäden dabei spinne Karl Ehlerdings WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG, die auch schon bei der Klöckner-Zerschlagung für Wirbel sorge, berichtet die NRZ weiter. ThyssenKrupp komme derzeit auf einen Börsenwert von rund 8,6 Milliarden Euro. Dies sei weniger, als der Konzern im Frühjahr 2000 allein für die Übernahme der Mannesmann-Industriesparte Atecs zahlen wollte.
Kirch in Not - Finanzbranche unter Druck
Finanztitel zeigten sich am Mittwoch ebenfalls schwächer, nachdem Dresdner Kleinwort Wasserstein den europäischen Bankensektor herabgestuft hat. Größter Verlierer in der Branche war die HypoVereinsbank mit einem Verlust von mehr als vier Prozent. "Die Münchner KirchGruppe schuldet der HypoVereinsbank eine Menge Geld", erklärte ein Händler. Die Aktie litt folglich unter Spekulationen, dass der in Finanznöte geratene Medienkonzern Kirch angeblich Kredite in Milliardenhöhe nicht zurückzahlen kann.
Tokio schwächer
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Donnerstag ihre kräftigen Vortagesgewinne wieder vollständig eingebüßt. Der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte sackte um 368 Punkte (3,4 Prozent) auf 10.433 Zähler. Der breit angelegte Topix verlor 2,2 Prozent und notierte zum Handelsende bei 1012,93 Zählern. Der Euro notierte am Morgen etwas fester mit 0,8986 Dollar nach 0,8966 Dollar am Vortag.