Börsenausblick Turbulenter Handelstag erwartet
Frankfurt am Main - Zum Wochenschluss steht dem Markt wieder ein turbulenter Handelstag bevor. Immer noch sorgen dubiose Bilanzpraktiken und schlechte Unternehmensnachrichten für eine nervöse Stimmung. Eine Trendwende ist bislang noch nicht erkennbar.
Spannung versprechen am Nachmittag Nachrichten aus den USA. Dort werden vor Handelsbeginn die endgültigen Zahlen zum Verbrauchervertrauen für den Monat Juli bekannt gegeben. Sollte der Index der Universität Michigan enttäuschen, ist mit großen Abschlägen zu rechnen.
Der Dax war am Donnerstag rund 3,1 Prozent schwächer bei 3520 Punkten aus dem Handel gegangen. Gegen den Abwärtstrend stemmten sich die Nebenwerte: Der MDax kletterte um 0,5 Prozent auf 3338 Punkte. Am Neuen Markt hatte der Nemax 50 zum Schlussgong auf 532 Zählern, einem Plus von 0,4 Prozent, notiert.
Schering hat am Morgen bereits seine Quartalszahlen veröffentlicht. Der Berliner Pharmakonzern hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr um fünf Prozent auf mehr als 2,5 Milliarden Euro gesteigert. Kursbereinigt ergab sich sogar ein Plus von neun Prozent. Dabei konnte Schering trotz der gegenwärtigen Dollar-Schwäche von einem wachsenden Geschäft in den USA profitieren. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 398 Millionen Euro.
Wall Street nach eintägiger Hausse wieder unter Druck
In New York standen am Donnerstag hauptsächlich die Technologiewerte unter Druck. Negative Nachrichten aus dem Chipsektor setzten die gesamte Branche unter Druck. Taiwan Semiconductors warnte vor einem schwachen Geschäftsausblick.
Während der Dow Jones seine Verluste auf ein Minus von 0,1 Prozent beschränken konnte und bei 8186 Punkten aus dem Handel ging, rauschte der Nasdaq um 3,9 Prozent auf 1240 Zähler nach unten. Das Börsenbarometer gab damit den enormen Vortagsgewinn von 4,98 Prozent wieder fast völlig ab.
Die Aktien von AOL Time Warner sackten erneut stark ab und fielen um über 15 Prozent auf 9,64 Dollar. Der Medien- und Online-Riese steht wegen seiner Buchführung im Visier der amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission SEC.
Auch negative Konjunkturdaten belasteten den Handel. Der US-Auftragseingang für langlebige Güter wie Maschinen, Flugzeuge und Haushaltsgeräte ging im Juni um 3,8 Prozent zurück, während die Wirtschaftsweisen auf einen leichten Anstieg gehofft hatten. Dagegen läuft das Immobiliengeschäft in den Vereinigten Staaten wegen der niedrigen Zinsen weiter auf Hochtouren.
Nach Börsenschluss gab es gute Nachrichten von Starbucks . Die US-Kaffeehauskette hat mit ihrem Quartalsergebnis einmal mehr die Markterwartungen übertroffen. Für das dritte Geschäftsquartal wies das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss einen Gewinn von 0,14 Dollar pro Aktie aus - nach 0,12 Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die von Thomson Financial/First Call befragten Analysten hatten mit 0,13 Dollar gerechnet.
Im laufenden Geschäftsjahr will Starbucks mindestens 1200 neue Filialen eröffnen und den Umsatz um 22 bis 24 Prozent steigern. Angesichts der guten Geschäftsentwicklung in den ersten drei Quartalen erwartet das Unternehmen nun ein Gesamtjahresergebnis vor außerordentlichen Posten von 0,54 Dollar - am oberen Ende der bisher angegebenen Spanne von 0,53 bis 0,54 Dollar. Die Aktie legte im nachbörslichen Handel um über sechs Prozent zu. Vor Bekanntgabe der Zahlen war der Wert im regulären Handel um 5,3 Prozent auf 19,97 Dollar gefallen.