Börsenausblick Turbulenter Tag erwartet
Frankfurt am Main Zum Auftakt der Börsensitzung wird auf Grund der Vorgaben aus den USA mit einem leichten Abschlag gerechnet. Am Dienstag rückte der Dax um 2,4 Prozent auf 3115 Punkte vor. Am Neuen Markt zog der Nemax 50 um 3,5 Prozent auf 425 Punkte an.
Im Blickpunkt stehen heute die Konjunktur- und Unternehmensdaten. Der Sachverständigenrat der "Fünf Weisen" wird am Mittag seine Einschätzung zur weiteren Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung abgeben. Die Professoren bleiben in ihrem Jahresgutachten, das sie Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) überreichen wollen, skeptisch. Wie vorab bekannt wurde, rechnen sie nur mit einem Wirtschaftswachstum von einem Prozent und einer Zunahme der Zahl der Arbeitslosen um 110.000. Die Zahl der Beschäftigten werde weiter um 84.000 zurückgehen. Die Bundesregierung geht dagegen für das kommende Jahr von etwa 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum aus.
Wie erwartet steigt die Deutsche Börse selbst in den wichtigsten deutschen Aktienindex Dax auf. Die Betreiberin der Frankfurter Wertpapierbörse ersetzt dort den Bauelementehersteller Epcos . Die Änderungen treten am 23. Dezember 2002 in Kraft, teilte die Deutsche Börse AG am Dienstagabend mit. Die Entscheidung traf der Arbeitskreis Aktienindices, ein Beratergremium der Börse. Der Dax umfasst die 30 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften.
Im Fokus der Anleger dürften auch die Aktien von Siemens , RWE und Altana stehen, die Zahlen vorlegen. Der Energieversorger RWE hat in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres operativ deutlich zugelegt und die Schätzungen der Analysten zum Teil erfüllt. Das Betriebsergebnis betrage 3,18 Milliarden Euro nach 2,84 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, teilte der größte deutsche Energieversorger am Mittwoch in Essen mit.
Die Siemens AG wird bei der Veröffentlichung der vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2002 (per 30. September) voraussichtlich ein höheres Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebita) ausweisen als im Vorjahr. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Ebita von 2,687 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte dieser Wert bei 1,329 Milliarden Euro gelegen. Die Spanne der Schätzungen reichte von 2,5 Milliarden bis 2,957 Milliarden Euro.
Der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana wird für das dritte Quartal nach Schätzungen von Analysten einen auf 129 bis 142 Millionen Euro gestiegenen Vorsteuergewinn bekannt geben. Das jüngste Dax-Mitglied hatte im Vorjahreszeitraum 115 Millionen Euro ausgewiesen. Wachstumstreiber dürfte wie bereits in den Vorquartalen das Magen-Darm-Medikament Pantoprazol (USA: Protonix) sein. Auch das Chemiegeschäft sollte nach dem schwachen Vorjahr auf Erholungskurs sein.
Die hoch verschuldete Deutsche Telekom will bei der Konsolidierung des Konzerns vor harten Einschnitten nicht zurückschrecken: Zum Leidwesen von drei Millionen Kleinanlegern und dem Bund soll die Dividende für das Jahr 2002 gestrichen werden. Die eingesparten etwa 1,5 Milliarden Euro sollen in den Schuldenabbau gesteckt werden, erfuhr die dpa aus Kreisen des Aufsichtsrates.
Die Wall Street hat am Dienstag auf breiter Front zugelegt. Dabei halfen Technologieaktien wie Motorola , Oracle , IBM , Intel , Microsoft , Cisco und Hewlett Packard .
Die positivere konjunkturelle Einschätzung durch einige amerikanische Notenbanker wirkte sich ebenfalls positiv auf die Stimmung an den US-Aktienbörsen aus. US-Notenbankchef Alan Greenspan wird am Mittwoch vor einem Kongressausschuss auftreten. Die Wall Street wartete gespannt darauf, was er im Hinblick auf die Wirtschaftsaussichten zu sagen hat. Die Angst vor einem Irak-Krieg war allerdings weiterhin an der Wall Street spürbar.
Der Dow-Jones-Index stieg um 27,05 Zähler oder 0,3 Prozent auf 8386 Punkte. Der Nasdaq festigte sich um 30,37 Zähler oder 2,3 Prozent auf 1349 Punkte. Chip-, Netzwerker- und Softwareaktien waren besonders fest. Einzelhandelswerte konnten sich unter Führung des Kaufhausriesen J.C. Penney festigen. Rüstungs- und Chemiewerte tendierten ebenfalls höher.
Philip Morris zog seine Gewinnprognose für das kommende Jahr wegen des schwächeren US-Zigarettenmarktes zurück. Die Aktien des weltgrößten Zigarettenherstellers fielen massiv. Goldwerte gaben ebenfalls nach. Das galt auch für Versorgungsaktien.
Tokios Börse schließt leichter
Die Börse in Tokio hat am Mittwoch leichter geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel auf ein 19-Jahres-Tief von 8438 Punkten. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Vortages-Schlusskurs von 26,25 Punkten oder 0,3 Prozent. Der breit angelegte Topix gab um 3,19 Punkte oder 0,4 Prozent auf 836 Zähler nach.