Börsenausblick: US-Zahlenreigen beginnt - DER SPIEGEL
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Börsenausblick US-Zahlenreigen beginnt

Die schläfrigen Zeiten an der Börse sind vorbei. Heute gibt der Dow-Jones-Konzern Alcoa mit seinen Quartalszahlen den Startschuss für die erste Berichtssaison des neuen Jahres. Zusätzlich sorgt die Detroit Motor Show für Bewegung bei den Automobiltiteln.
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Frankfurt am Main - Nach den verhaltenen Kursgewinnen des Dax   im neuen Börsenjahr rechnen Börsianer für die kommende Woche mit fallenden Kursen. "Wir beobachten schon seit mehreren Wochen eine nachlassende Kaufbereitschaft vieler Anleger", sagt Aktienstratege Berndt Fernow von der LBBW. Dies sei ein Signal für eine bevorstehende Korrektur.

Nach dem Anstieg des deutschen Leitindex auf mehr als 4316 Punkte in der ersten Januarwoche wird dem Leitindex zu Beginn dieser Woche voraussichtlich zunächst weiterer Elan fehlen. Händler rechnen mit leichten Verlusten im frühen Montagshandel. Am Freitag hatte sich der Dax mit plus 0,36 Prozent auf 4316 Punkten gut behauptet und konnte sich damit deutlich oberhalb der 4300er Marke halten.

Die weitere Entwicklung wird vornehmlich von der US-Berichtssaison beeinflusst, die heute startet. Analysten achten dabei vornehmlich auf die Prognosen der Unternehmen für 2005. Es wird damit gerechnet, dass die Gewinne in diesem Jahr weniger stark steigen werden als in den vergangenen Jahren.

"Ich wäre überrascht, wenn die erste Welle der Unternehmensberichte aggressive Käufe an den Aktienmärkten auslösen würde", sagte Christine Callies, Analystin von Bessemer Trust. Die Bilanzsaison wird nach Wall-Street-Börsenschluss mit den Geschäftszahlen des weltgrößten Aluminiumkonzerns Alcoa   eröffnet. In dieser Woche werden auch die Geschäftsberichte der Technologiekonzerne Intel  , Apple   und Sun Microsystems   erwartet. Alcoa und Intel gehören zu den 30 Unternehmen des Dow-Jones-Indexes.

Wall Street nach Arbeitsmarktdaten unter Druck

Am vergangenen Freitag hat die Wall Street eine volatile Sitzung nur knapp behauptet geschlossen. Der US-Arbeitsmarktbericht für Dezember verfehlte zwar die Erwartungen, hat den Markt nach Aussage von Beobachtern zunächst aber kaum beeinflusst. Erst gegen Ende des Handelstages sei den Anleger bewusst geworden, dass sich die Beschäftigungssituation in den USA vergleichsweise langsam bessere.

Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA)   verlor 0,2 Prozent auf 10.604 Punkte. Der Nasdaq Composite   fiel um 0,1 Prozent auf 2089 Zähler. Damit beendete der Markt die erste Handelswoche des neuen Jahres mit einer negativen Bilanz.

In Tokio blieb die Börse am Montag wegen eines Feiertags geschlossen.

Der Ölpreis stieg unterdessen erneut an. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI kostete im asiatischen Handel 45,65 US-Dollar und damit 22 Cent mehr als bei Handelsschluss am Freitag.

Autowerte im Blick

Zu Wochenbeginn dürften im Dax vor allem die Aktien der Autobauer in den Fokus rücken. Der neue Mercedes-Chef Eckhard Cordes rechnet im laufenden Jahr dank neuer Modelle mit einer substanziellen Steigerung des weltweiten Absatzes. 2004 hatte die Kernmarke des DaimlerChrysler-Konzerns   das selbst gesteckte Verkaufsziel von über 1,2 Millionen Fahrzeugen verfehlt. Eine konkrete Prognose für 2005 wollte Cordes aber nicht nennen. VW-Chef Bernd Pischetsrieder   erwartet für dieses Jahr in Deutschland indes keine Absatzsteigerung. Die verfügbaren Einkommen änderten sich nicht. Bei weitgehend gleichen Sorgen gäben Menschen nicht mehr Geld aus, sagte er der "Welt am Sonntag".

Der mögliche Kauf der Londoner Börse durch die Deutsche Börse   wird sich nach einem Zeitungsbericht noch in diesem Monat entscheiden. Wie der in London erscheinende "Sunday Telegraph" berichtete, will die London Stock Exchange (LSE) bis Ende Januar mitteilen, ob sie dem deutschen Bieter oder dessen Konkurrenten Euronext den Vorzug geben will.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" beschloss der Siemens-Konzern   den Abbau von mehr als 1000 Stellen am Standort München beschlossen.

ThyssenKrupp-Tochter erhält Großauftrag

Von den Einzelwerten sollte auch die ThyssenKrupp AG   mit im Mittelpunkt stehen. Das Tochterunternehmen Polysius hat einen Auftrag im Volumen von 235 Millionen Euro in Palmeritos, Mexiko, erhalten. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, besteht der Auftrag in einer schlüsselfertig zu liefernden Zementproduktionslinie mit einer Kapazität von 3000 Tagestonnen Zementklinker. Die Anlage soll im November 2006 den Betrieb aufnehmen. Zum Lieferumfang gehören das gesamte Engineering, die Lieferung der Ausrüstung, der Bau und die Montage, sowie die Inbetriebnahme.