Börsenausblick: Verhaltener Auftakt erwartet - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Verhaltener Auftakt erwartet

Die Vorgaben der Wall Street sind nicht berauschend, von den neue US-Konjunkturdaten ist ähnliches zu befürchten. Nach den Gewinnen am Vortag gibt es also Gründe genug für eine Verschnaufpause an den deutschen Aktienmärkten.
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Frankfurt am Main - Die Vorgaben der US-Börsen für den Handel in Deutschland sind gemischt. Gute Konjunkturdaten hatten den Börsen nur vorübergehend positive Impulse geben können. Die Industriewerte im Dow Jones schlossen nahezu unverändert gegenüber dem Vortag auf 10.412 Punkte. Die Technologiebörse Nasdaq rutschte bei geringen Umsätzen um 0,9 Prozent auf 1965 Zähler ins Minus. Investoren hatten sich im Vorfeld der nachbörslich gemeldeten Zahlen für das zweite Quartal von Applied Materials zurück gehalten. Der Ausrüster für die Chipindustrie übertraf dann die Gewinn-Erwartungen der Analysten je Aktie um zwei Cents.

Neue Konjunkturdaten aus den USA erwartet

Man darf gespannt sein, wie die Investoren auf die leicht gegenläufigen Tendenzen aus New York reagieren werden. Einen Grund, sich mit weiteren Engagements zurückzuhalten, bieten gleichwohl weitere in den USA anstehende Konjunkturdaten. Gegen Nachmittag (MEZ) werden die Zahlen zur Kapazitätsauslastung und Industrieproduktion für den Monat Juli und zu den Lagerbeständen für den Monat Juni erwartet.

In Deutschland wird heute nach Consors am Vortag der Konkurrent Comdirect seine Geschäftszahlen vorlegen. Bei dem Unternehmen erwarten Analysten nach einer Umfrage leicht höhere Verluste als in den ersten drei Monaten. Der Vorstandsvorsitzende des Online-Brokers, Bernt Weber, hatte bereits vor einigen Wochen einen höheren Verlustausweis angedeutet und erklärt, dass vor 2003 auf Konzernbasis nicht mit schwarzen Zahlen zu rechnen sei. Dem Analysten-Konsensus zufolge wird Comdirect im ersten Halbjahr einen Fehlbetrag vor Steuern von 42,3 Millionen Euro ausweisen.

Das verschlechterte Kapitalmarktumfeld wird nach Ansicht von Analysten im zweiten Quartal auch auf die Ergebnisse der Deutschen Börse durchschlagen. Im ersten Quartal sei das Ergebnis trotz der Börsenflaute besser als erwartet gewesen, sagte Andreas Wiederhold (Independent Research). Die Rückgänge im Aktienhandel seien damals voll durch die Entwicklung an der Eurex kompensiert worden. "Im zweiten Quartal wird dies nun nicht ganz reichen", fügte er hinzu.

Der Analyst erwarte sowohl einen Umsatz als auch ein Ergebnis der Deutschen Börse AG unterhalb dem Niveau des Vorquartals. Seinerzeit hatte die Börse einen Umsatz von 191,7 Millionen Euro und einen Vorsteuergewinn von 98,8 Millionen Euro gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum soll es dem Analyst zufolge indes noch zu leichten Steigerungsraten kommen. Im zweiten Quartal 2000 lag der Umsatz bei 185,3 Millionen Euro und der Vorsteuergewinn bei 59,2 Millionen Euro.

Die asiatische Leitbörse in Tokio zeigte sich kurz vor Handelsschluss schwächer. Der Nikkei stand mit 1,1 Prozent auf 11.790 Zähler im Minus.