Börsenausblick Verhaltener Start erwartet
Hamburg - Schwache Einzelhandelsdaten und negative Analystenkommentare zur Technologiebranche hatten die amerikanischen Aktienmärkte unter Druck gesetzt. Chip- und Computerwerte gaben auf breiter Front nach.
Notenbankchef Alan Greenspan hatte am späten Abend erneut auf die sich abzeichnende Besserung der amerikanischen Wirtschaftslage verwiesen. Gleichzeitig warnte er jedoch vor den Gefahren hoher Leistungsbilanzdefizite und forderte die Konsumenten zu höheren Sparleistungen auf.
Analysten sagten, die Äußerungen von Greenspan seien weniger optimistisch ausgefallen, als erwartet. Vor allem die Bemerkung, dass er nur eine schrittweise Erholung der Investitionen sehe, habe die Finanzmärkte belastet. Der Dow-Jones verlor 1,2 Prozent auf 10.501. Der Nasdaq-Composite sank um 1,8 Prozent auf 1862.
Die Aktien hätten unter den schlechter als erwartet ausgefallen US-Daten zum Einzelhandelsumsatz sowie unter dem schwachen Ausblick von Goldman Sachs hinsichtlich der Technologieausgaben der Unternehmen gelitten, hieß es.
Das habe die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der Konjunktur doch etwas eingetrübt. Aber auch der Verfallstag für Optionen und Futures am Freitag und die Bewertungsaufschläge in den vergangenen zwei Wochen hätten die Entwicklung des Tages bestimmt. "In dieser Woche geht es wirklich um Konsolidierung der Zwei-Wochen-Rallye", sagte Todd Clark, Händler bei Wells Fargo Securities.
Intel fielen um fünf Prozent, nachdem J.P. Morgan gesagt hat, dass das zweite Quartal des Chipherstellers schwächer ausfallen werde als bisher angenommen. Zudem prognostizierte sie, dass Intel den Preis für den Pentium-4-Prozessor um die Hälfte senken werde. Weil die aggressive Preissenkung auch Konkurrenten AMD belasten dürfte, sanken auch diese Aktien um 9,2 Prozent. Generell notierten Computerhersteller leichter. Dell fielen um 4,1 Prozent, Compaq gaben 1,1 ab, IBM fielen um 1,2 Prozent.
Größter Verlierer an der Nasdaq waren Comverse Technologie mit einem Abschlag von 17,1. Comverse hatte die Prognosen für das erste Quartal und für das Gesamtjahr 2002 nach unten korrigiert.
BASF: Betriebsergebnis bricht ein
Vor diesem Hintergrund dürften die deutschen Aktienmärkte heute eher verhalten eröffnen. Der dreifache Verfallstermin an der Terminbörse Eurex am Freitag könnte erneut für schwankende Kurse sorgen. Angesicht einer schwachen Nachrichtenlage dürfte sich das Interesse der Anleger zunächst auf die Geschäftszahlen des Chemiekonzerns BASF konzentrieren.
Nach ersten Ad-hoc-Meldungen ist das Betriebsergebnis von BASF im Geschäftsjahr 2001 auf 1,22 Milliarden Euro eingebrochen (Vorjahr: 3,07 Milliarden Euro). Die Zahlen lagen allerdings über den Prognosen von Analysten, die 1,15 Milliarden Euro erwartet hatten.
Die schwache Konjunktur hat nach Ansicht von Analysten deutliche Spuren beim Ludwigshafener Chemiekonzern hinterlassen. BASF wird heute voraussichtlich für das vierte Quartal ein Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen zwischen minus 43 und plus 261 Millionen Euro aufweisen. Im Vorjahreszeitraum betrug es noch 830 Millionen Euro.
Das Unternehmen erwartete bereits im November 2001 für die letzten drei Monate des Geschäftsjahres 2001 eine noch schwächere Umsatz- und Ergebnisentwicklung als im dritten Quartal. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen war im dritten Quartal um 57 Prozent auf 328 Millionen Euro eingebrochen.
Für viele Börsianer sei das vierte Quartal aber bereits "abgehakt", sagte die Analystin von der Oppenheimer Finanzanalyse. Viel wichtiger sei der Ausblick, den das Unternehmen geben wird. Die meisten Analysten rechnen mit einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte.
Tokio schließt fest
Die Aktienbörse in Tokio hat am Donnerstag fest geschlossen. Der Nikkei legte nach zwischenzeitlichen Verlusten um 153 Punkte oder 1,34 Prozent zu ging mit 11.568 Punkten aus dem Handel. Unterdessen notierte der Dollar um 15.00 Uhr Ortszeit leichter mit 128,77-80 Yen nach 129,33-36 Yen am Mittwoch zur gleichen Zeit. Der Euro notierte fester mit 0,8775-78 Dollar nach 0,8745-48 Dollar am Vortag zur gleichen Zeit.