Börsenausblick Warten auf US-Konjunkturdaten
Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienindizes hatten gestern einen Teil ihrer Verluste vom Mittwoch ausgleichen können - und das trotz eines verhaltenen Handels an den US-Börsen. In den Vereinigten Staaten herrscht Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Konjunktur und die Befürchtung vor neuen Ertragswarnungen. Zahlreiche Analysten hatten in dieser Woche immer lauter ihre Zweifel formuliert, dass der US-Wirtschaft im zweiten Halbjahr der Aufschwung gelingen werde.
Vor diesem Hintergrund haben die amerikanischen Aktienmärkte am Donnerstag allerdings vergleichsweise fest geschlossen. Die Industriewerte im Dow Jones gingen mit einem Plus von 0,36 Prozent auf 10.911 Punkte aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq Composite verbesserte sich um 1,25 Prozent auf 2110 Zähler.
Offenbar scheinen vage Zinssenkungsphantasien in den USA vor den heute anstehenden US-Arbeitslosenzahlen für Mai die Indizes leicht beflügelt zu haben. Analysten erwarten einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 0,1 Prozent, einen Rückgang der freien Stellen um 50.000 und leicht gestiegene durchschnittliche Stundenlöhne. Es darf also wieder spekuliert werden. Ab 16 Uhr (MEZ) wissen wir, wie die amerikanischen Aktienmärkte auf die vor Handelsbeginn erwarteten Arbeitsmarktdaten reagieren werden.
Die asiatische Leitbörse in Tokio zeigte sich am Freitag kurz vor Handelsschluss nahezu unverändert. Der Nikkei stand mit 2,63 Zählern auf 13.265 Punkte leicht im Plus.
Vor Handelsbeginn in Deutschland zeigt sich das Nachrichtengeschehen von seiner ruhigen Seite. Interessant könnte der Handelsauftakt Volkswagen werden. Der Konzern will seinen Umsatz in den kommenden zehn Jahren mindestens verdoppeln. Dies sei auch aus eigenem Wachstum ohne Zukäufe möglich, sagte Finanzvorstand Bruno Adelt in einem Interview. Im Jahr 2000 hatte VW einen Umsatzrekord von 167,3 Milliarden Mark erzielt. Vor der Hauptversammlung kommende Woche (7. Juni) bezeichnete Adelt die Pläne für eine Kapitalerhöhung als reine Vorratsbeschlüsse. Der mögliche Zukauf beim Lkw-Hersteller Scania hänge nur vom Preis ab. Bisher sei jedes Angebot zu teuer gewesen.
Rund eine Woche nach der Korrektur der Gewinnprognose für das laufende Jahr lädt der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN seine Aktionäre heute zur Hauptversammlung nach München ein. Nach einem Gewinneinbruch im ersten Quartal hatte der Konzern seine Prognosen für das Gesamtjahr weiter nach unten korrigiert. Der Rückgang könne möglicherweise nicht auf zehn Prozent begrenzt werden. In den ersten drei Monaten war das Ergebnis vor Steuern um 19 Prozent auf 91 Millionen Euro gesunken.
Vor Handelsbeginn am Neuen Markt meldete der Pleitekandidat Infomatec Geschäftszahlen für das erste Quartal. Nach einer ad-hoc-Meldung betrug der Konzernumsatz betrug 1,0 Millionen Euro (ausschließlich Softwareverkäufe und Dienstleistungen) gegenüber dem Vergleichszeitraum 2000 (17,7 Millionen Euro).
Das Ergebnis weise für die ersten drei Monate 2001 einen Fehlbetrag in Höhe von 5,1 Millionen Euro aus (1. Quartal 2000: 4,5 Millionen Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrage minus 4,2 Millionen Euro und verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahresquartal um 500.000 Euro.