Börsenausblick: Was macht Greenspan? - DER SPIEGEL
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Börsenausblick Was macht Greenspan?

Auf dem für heute anberaumten Treffen der US-Notenbank werden die Weichen für die weitere Entwicklung der Aktienmärkte gestellt. Analysten gehen davon aus, dass die Währungshüter schon bald die Zinsschraube anziehen werden.
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Hamburg/Frankfurt am Main - Mit leichtem Rückenwind von der Wall Street startet heute die Börse in Frankfurt. Marktbeobachter erwarten einen ruhigen Handelsverlauf bei niedrigen Umsätzen, da sich Anleger im Vorfeld der für 20.15 Uhr (MESZ) angesetzten Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (Fed) zurückhalten würden.

Der Dax   hat erst in den letzten Handelsminuten am Montag die 4000-Punkte-Marke übersprungen und schloss auf 4007 Zählern, ein Plus von 0,6 Prozent. Für den heutigen Handelsstart werden leichte Gewinne prognostiziert. "Da wir gestern doch noch über den 4000 Punkten geschlossen haben, hat sich die Stimmung insgesamt gebessert", sagte ein Händler. Dennoch würden sich die meisten Anleger stark zurückhalten.

In New York hat der Dow Jones   nach vier Minustagen in Folge einen Gewinn von 0,9 Prozent verzeichnet und ging auf einem Zählerstand von 10.314 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq Composite   kletterte um ein Prozent auf 1938 Punkte.

In Japan blieben die Börsen heute erneut geschlossen. Nach dem so genannten "Goldenen Wochenende" startet der Handel in Japan wieder an diesem Donnerstag.

Vorbereitung auf Zinserhöhung

Thema des heutigen Handelstages ist die Fed-Sitzung. Experten gehen davon aus, dass Notenbankchef Alan Greenspan die Märkte auf eine baldige Zinserhöhung vorbereiten wird, ohne dabei konkrete Anhaltspunkte für den Zeitpunkt zu liefern. Einige Volkswirte rechnen mit einer Zinsanhebung bereits im Sommer.

Mit einem Zinsschritt bei der Sitzung an diesem Dienstag rechnet keiner der befragten Experten. Der US-Leitzins werde damit weiter auf dem 46-Jahres-Tief von einem Prozent liegen.

Die Deutsche Bank geht davon aus, dass die Fed den "easing-bias" auf der Mai-Sitzung fallen lässt und die erste Zinserhöhung im August folgt. "Erste Reaktionen auf dieses Szenario konnten schon beobachtet werden", heißt es in einer Analyse der Bank. Die Bondrenditen hätten sich von ihrem Tiefstand gelöst.

Die Experten der Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt schreiben: "Das Wort 'geduldig' im Zusammenhang mit einer möglichen Leitzinsanhebung dürfte fallengelassen werden." Der tatsächliche Zeitpunkt einer Leitzinserhöhung hänge wesentlich von der weiteren Entwicklung am US-Arbeitsmarkt ab.

Conti übertrifft Erwartungen

Von den Unternehmen steht heute der Automobilzulieferer Continental   im Mittelpunkt des Interesses. Der Dax-Konzern hat bereits vor Börseneröffnung seine Geschäftszahlen vorgelegt und beim Überschuss die Erwartungen des Marktes übertroffen.

Umsatz und Gewinn haben deutlich zugelegt. Das operative Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Drittel auf 246,7 Millionen Euro, wie Conti mitteilte. Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich um fast die Hälfte auf 129,5 Millionen Euro. Beim Umsatz verzeichnete Conti ein Plus von rund sechs Prozent auf 2,98 Milliarden Euro.

Ebenfalls im Fokus steht Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern. KarstadtQuelle   lädt zur Hauptversammlung nach Düsseldorf. Dabei steht vor allem die geplante Dividendenzahlung in Höhe von 75,5 Millionen Euro in der Kritik. Angesichts der schwachen Ergebniszahlen hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Gewinnausschüttung zuvor als "legales Raubrittertum" kritisiert.