Börsenausblick Was wird aus MobilCom?
Frankfurt am Main Die amerikanischen Aktienmärkte haben nach Börsenschluss in Deutschland noch deutlich zugelegt und dürften den Handelsauftakt in Frankfurt stützen. Die Standardwerte des Dow Jones gewannen zwei Prozent, schlossen aber knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 8000 Punkten. Der Nasdaq Composite notierte leicht im Minus auf 1221 Zählern.
Besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten und der optimistische Ausblick des Automobilkonzerns General Motors hatten den Standardwerten Auftrieb verliehen. Den Technologietiteln fehlten für eine anhaltende Aufwärtsbewegung die günstigen Prognosen, sagten Händler. Eine Umsatzwarnung des Netzwerkausrüster Nortel sowie negative Analystenkommentare zum Telekomausrüster Lucent Technologies hatten den Markt für Technologiewerte belastet, sagten Marktbeobachter.
Philip Morris gibt Gewinnwarnung heraus
Schlechte Nachrichten gab es nach Börsenschluss vom Zigarettenhersteller Philip Morris . Der Konzern hat seine Gewinnprognose für 2002 deutlich gesenkt und den Vertriebsaufwand um 300 Millionen Dollar gesteigert. Der Gewinn in diesem Jahr werde zwischen drei und fünf Prozent anstatt der erwarteten neun Prozent zunehmen, hieß es. Nachbörslich gab die Aktie in New York auf 37 Dollar ab. Der Titel hatte zuvor bei 42,73 Dollar geschlossen.
Mit hohem Aufwand will Firmenchef Louis Camilleri den Verkauf von Spitzenprodukten wie Marlboro ankurbeln. Denn das Volumen illegal verkaufter Zigaretten und Billigmarken ist nicht zuletzt auf Grund der hohen Besteuerung stark gestiegen. In einigen US-Städten kostet ein Päckchen Zigaretten inzwischen 7,50 Dollar.
Telekom-Konzern streicht 11.000 Jobs
Einer der größten Telekomkonzerne in den USA, die SBC Communications , wird bis zum Ende des ersten Quartals 2003 insgesamt weitere 11.000 Stellen abbauen. Die Stellenstreichungen betreffen sechs Prozent der Gesamtbeschäftigung. SBC-President William Daley sagte in einem Interview, die Regulierungen seien der Hauptgrund für das sich abschwächende Telekommunikationsgeschäft gerade bei den regionalen Gesellschaften und stünden vor allem hinter dem Stellenabbau, erst als "zweiter Faktor" wäre die Wirtschaftslage zu nennen.
MobilCom im Fokus der Märkte
Aus deutscher Sicht könnte heute zunächst die Aktien des Telekomunternehmens MobilCom stehen. Eine Insolvenz des Unternehmens ist nach einem Zeitungsbericht zum zweiten Mal nur knapp abgewendet worden. Die wichtigsten Gläubigerbanken haben die Fälligkeit von Krediten im Volumen von 4,7 Milliarden Euro bis Ende Oktober verlängert, berichtet die "FTD". Das Unternehmen wird heute sein Sanierungskonzept vorstellen und die Beschäftigten über das Ausmaß des geplanten Stellenabbaus unterrichten.
Bei Cargolifter haben heute die Gläubiger das Wort. Damit wird sich voraussichtlich die Zukunft des insolventen Luftschiffbauers aus Brandenburg entscheiden. Seit der Bund im August eine Bürgschaft über 40 Millionen Euro für ein Sanierungskonzept verweigerte, scheint es praktisch keine Hoffnung mehr zu geben. Der Insolvenzverwalter, einige Politiker, Aktionärsvertreter sowie ein Teil der Mitarbeiter wollen indes noch nicht aufgeben. Es liegt ein abgespecktes Fortführungskonzept vor. Ob es finanzierbar ist, soll sich auf der Gläubigerversammlung in Cottbus entscheiden.
BMW investierte 400 Millionen Dollar in den USA
Interessante Nachrichten gibt es vom Autobauer BMW . Der Konzern wird sein US-Montagewerke in Spartanburg offenbar für 400 Millionen Dollar erweitern und dabei 400 neue Stellen schaffen. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Gouverneurs von South Carolina, Jim Hodges, vom Donnerstag hervor, in der dieser 60 Millionen Dollar bundesstaatliche Mittel für Straßenbaumaßnahmen und für den Bau eines Universitätsgebäudes für automobile Studiengänge in diesem Zusammenhang ankündigt. BMW-Vorstand Helmut Panke hatte im August angekündigt, das BMW die Produktion in dem Werk auf 150.000 von 120.000 Einheiten im Jahr erhöhen will. Von BMW war bislang keine Stellungnahme zu erhalten.
Ein eher schwächeres drittes Quartal dürfte heute der Damenmodenhersteller Gerry Weber präsentieren. Manche Analysten erwarten sogar trotz höherer Umsätze weniger Gewinn als vor einem Jahr. Auf Neunmonatsbasis läge das Unternehmen in diesem Fall dank eines erfreulichen ersten Halbjahres zwar immer noch im Plus. Doch haben die Experten Zweifel, ob der MDax-Konzern die bereits nach unten korrigierten Wachstumsziele für das Gesamtjahr 2001/02 (per 31. Oktober) aufrechterhalten kann.
Die asiatische Leitbörse in Tokio stand kurz vor Handelsschluss deutlich im Plus. Der Nikkei gewann 2,3 Prozent auf 9530 Punkte hinzu.
Der Euro notierte am Morgen bei Kursen um 0,977 Dollar.