Börsenausblick Zahlengewitter in Frankfurt
Frankfurt am Main - Den deutschen Börsen steht heute ein Zahlengewitter bevor. Schon vor Handelsbeginn gab die Deutsche Telekom bekannt, ihre selbst gesteckten Ziele für die ersten neun Monate dieses Jahres erreicht zu haben. Der Umsatz sei um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf rund 36 Milliarden Euro gestiegen, hieß es. Das Vorsteuerergebnis Ebitda habe sich einschließlich VoiceStream im gleichen Zeitraum wie geplant verdoppelt und liege bei 2,2 Milliarden Euro. Beim Umsatz hatte die Telekom eine Steigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestrebt. Durch den Verkauf von Unternehmensbeteiligungen sank die Nettoverschuldung im Konzern im dritten Quartal um 5,8 Milliarden Euro auf 65,2 Milliarden Euro.
Mit einer Hiobsbotschaft hat dagegen der französische Telekom-Ausrüster Alcatel geschockt. Angesichts eines erwarteten Jahresverlusts von vier Milliarden Euro will das Unternehmen zehntausend weitere Stellen in Europa streichen. In den ersten neun Monaten schrieb Alcatel einen Nettoverlust von 3,465 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren noch 898 Millionen Euro Überschuss angefallen. Alleine im dritten Quartal lag der Nettoverlust bei 558 Millionen Euro nach einem Überschuss von 297 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Auch Metro hatte schon am frühen Morgen sein Quartalsergebnis vorgelegt, das im Rahmen der Erwartungen ausgefallen ist. Das Vertriebslinien-Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (Ebit) stieg den Angaben zufolge im dritten Jahresviertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,9 Prozent auf 154,7 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 2,9 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro.
Die Deutsche Bank wird ihre Zahlen erst am Donnerstag veröffentlichen, die Eckdaten sind jedoch schon durchgesickert. Den unbestätigten Angaben zufolge soll der Branchenprimus zwar einen Gewinneinbruch erlitten haben, das Ergebnis soll die Prognosen jedoch deutlich schlagen.
Im Laufe des Tages werden noch die Quartalsergebnisse von Intershop , Lambda , Singulus und Syzygy erwartet.
In den USA werden heute vor Eröffnung der Wall Street wieder Konjunkturdaten erwartet. Die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das dritte Quartal und die Einkaufsmanagerindizes für New York und Chicago geben weiteren Aufschluss über die konjunkturelle Entwicklung. Erst am Dienstag schockte das Wirtschaftsinstitut Conference Board mit schlechten Daten zum Verbrauchervertrauen.
Die unsichere Konjunkturlage hatte die Aktienmärkte in New York und Frankfurt am Vortag tief ins Minus gedrückt. Mit einer raschen Erholung rechnen Marktbeobachter vorerst nicht. Ausschlaggebend für den weiteren Handelsverlauf würden die Geschäftszahlen sein, die noch bis Ende der Woche veröffentlicht würden.
Schwache Vorgaben aus Tokio und New York
Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Mittwoch schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte büßte nach der negativen Vorgabe der Wall Street vom Vortag 146,48 Punkte oder 1,4 Prozent ein und ging beim Endstand von 10 366,34 Punkten aus dem Markt. Der breit angelegte Topix gab um 8,39 Punkte oder rund 0,8 Prozent nach und schloss beim Stand von 1059,37 Punkten.
Der Dow Jones fiel am Dienstag um 1,6 Prozent auf 9122 Punkte zurück, während die Nasdaq um 1,9 Prozent auf 1667 Punkte verlor.