Börsenausblick: Zweifel an Fraport - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börsenausblick Zweifel an Fraport

Gespannt warten die Börsianer heute auf eine der größten Neuemissionen in diesem Jahr. Die Fraport-Aktie wird den Investoren nach Meinung von Experten allerdings keine großen Zeichnungsgewinne bescheren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Die Berichtssaison für die ersten drei Monate ist vorbei. Aus dieser Perspektive sind für die deutschen Aktienmärkte in dieser Woche wenig Impulse zu erwarten.

Bereits in der vergangenen Handelswoche hatte sich gezeigt, wie stark sich die Investoren an der Entwicklung der amerikanischen Aktienmärkte anlehnen. Hatte der positive Ausblick des weltgrößten Chipherstellers Intel deutsche Technologiewerte zunächst beflügelt, dämpfte die Gewinnwarnung des Konzerns Juniper Networks wieder die Erwartungen. Vor diesem Hintergrund und deutlich schwächeren US-Börsen am Freitag, ist heute vermutlich mit einem schwächeren Auftakt zu rechnen.

Dax bewegt sich im "Niemandsland"

An den deutschen Aktienmärkten sei ein Trend weder in die eine noch in die andere Richtung auszumachen. Auch aus Sicht von Chartanalysten bewege sich der Dax zur Zeit im "Niemandsland", heißt es in der DG Bank-Studie. Erst ein Überschreiten der 6000er-Marke nach unten oder der 6300er-Marke nach oben würde aus ihrer Sicht ein deutliches Signal setzen.

Fraport im Fokus der Anleger

Im Fokus der Investoren dürfte heute der Fraport-Börsenstart stehen. Die Aktien Frankfurter Flughafengesellschaft kosten 35 Euro. Der Ausgabepreis liegt leicht über den Erwartungen. Börsianer erwarten deshalb keine großen Zeichnungsgewinne.

Privatanleger, die bis zum 1. Juni gezeichnet hatten, zahlen lediglich 34 Euro. Die Emission ist 8,5fach überzeichnet. Das Volumen der Aktienausgabe beläuft sich auch 914 Millionen Euro oder 1,8 Milliarden Mark und ist damit eine der größten Neuemissionen in Deutschland in diesem Jahr. Nach dem Börsengang werden sich rund 26,2 Prozent der Aktien im Streubesitz befinden. Die übrigen Anteile halten das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und die Bundesrepublik.

Mit der Ware Fisch will die Nordsee AG (Bremerhaven) bald den Appetit der Aktienanleger wecken. Das Unternehmen geht nach eigenen Angaben Ende Juni an die Börse. Nähere Details sollen heute bei einer Pressekonferenz in Frankfurt bekannt werden. Nordsee ist nach eigenen Angaben mit mehr als 400 Restaurants und Geschäften Europas größte Gastronomie- und Handelskette für Fisch- und Meeresspezialitäten.

An diesem Mittwoch werden erstmals die Aktien der World of Medicine AG gehandelt. Gezeichnet werden können die Papiere des Herstellers von medizintechnischen Geräten noch bis zum 11. Juni.

Ebenfalls erstmals notiert werden am Freitag die Aktien der Frisörkette Essanelle. Der Emmissonserlös soll vor allem zur Übernahme weiterer Haarsalons verwendet werden, teilte das Unternehmen mit. Bis zum 15. Juni können interessierte Anleger die Aktien der Degussa-Tochter Zentaris zeichnen. Gehandelt werden die Aktien des Biotech-Unternehmens erstmals am 18. Juni.

Tokio schließt schwächer

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Montag nach der negativen Vorgabe der Wall Street und der Bekanntgabe schwacher Konjunkturdaten für die japanische Wirtschaft leichter geschlossen. Der Börsen-Index Nikkei verlor 1,5 Prozent auf 13.226 Punkte im Minus. Die Regierung hatte zuvor mitgeteilt, dass die japanische Wirtschaft im Schlussquartal des vergangenen Fiskaljahres unerwartet um 0,2 Prozent zum Vorquartal geschrumpft war. Für das Gesamt-Fiskaljahr 2000 errechnete die Regierung ein Wachstum von 0,9 Prozent. Erwartet hatte sie selbst ein Wachstum von 1,2 Prozent.

Der Euro blieb im frühen Handel bei Kursen um 0,850 Dollar.