Börsenbarometer Sommer stürzt ins Image-Loch
Hamburg - Der Crash der Technologie-Aktien und die Verschuldung der Telekommunikationsfirmen haben den Kleinaktionären kräftig die Laune verdorben. Den Chef von Infineon wählten sie auf Platz 20, die letzte Position. Ron Sommer stieg auf die Position 19 ab und landet damit noch hinter Gerhard Schmid, dem MobilCom-Chef und früheren Börsenstar aus Büdelsdorf. Ganz vorn rangieren hingegen der künftige BMW-Chef Helmut Panke, Siemens-Chef Heinrich von Pierer und Porsche-Primus Wendelin Wiedeking.
Dies sind Ergebnisse der Umfrage unter Privatanlegern, die das Meinungsforschungsinstitut TSN Emnid in Zusammenarbeit mit der Hamburger Kirchhoff Consult exklusiv für manager magazin durchgeführt hat.
Während 73 Prozent der Befragten den Infineon-Chef für ungeeignet halten, sind es bei Sommer immerhin 64 Prozent. Albrecht Schmidt, der Chef der HypoVereinsbank, leidet offenbar weiter darunter, dass er als nicht weltläufig genug angesehen wird: Er landet auf Platz 17, während Top-Banker Josef Ackermann von der Deutschen Bank mit Platz 7 bequem im vorderen Mittelfeld liegt.
68 Prozent der befragten Anleger sind der hingegen Ansicht, Panke werde es gelingen, den Aktienkurs des Autobauers nachhaltig zu steigern. Das Ergebnis ist ein Beleg für das exzellente Image des BMW-Konzerns. Pankes Vorgänger Joachim Milberg war von den Anlegern dreimal in Folge zur Nummer eins unter Deutschlands Konzernlenkern gewählt worden, zuletzt mit einem Rekordwert von 75 Prozent. Sein Nachfolger Panke erhält zwar einen geringeren Zuspruch, aber trotzdem einen gewaltigen Vertrauensvorschuss.
Die Umfrage zeigt zugleich: Die verhaltene Entwicklung von Weltkonjunktur und Börsenkursen hinterlässt bei den Investoren deutliche Spuren. Beliebteste Anlageform sind zurzeit festverzinsliche Wertpapiere: 43 Prozent der Befragten wollen bei der Geldanlage auf Nummer sicher gehen. Eine Direktanlage in Aktien erwägen hingegen nur elf Prozent; vor drei Monaten waren es noch 15 Prozent.