Börsenbeginn: Warten auf Alan Greenspan - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börsenbeginn Warten auf Alan Greenspan

Die deutschen Börsen warten gebannt auf eine Zinsentscheidung der US-Notenbank und die Quartalszahlen des Handy-Riesen Nokia.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag vor der am Abend beginnenden Sitzung der US-Notenbank abwartend in den Handel gestartet. Der Deutsche Aktienindex Dax gewann in den ersten Handelsminuten 0,1 Prozent auf 6.758 Punkte.

Die Wachstumswerte am Neuen Markt sind auf der Welle ermutigender Kursaufschläge in den USA mit geringen Gewinnen in den Handel gegangen. Der Nemax 50 stieg um 0,52 Prozent auf 2.877,08 Punkte und der alle Titel am Neuen Markt umfassende kletterte 0,70 Prozent auf 2.857,88 Zähler.

Nach dem lustlosen Handel am Montag sei der festere Start dem optimistischeren Markt in den USA zu verdanken, sagte ein Händler. Angeführt von Computer- und Chipaktien war der alle Werte umfassende Nasdaq-Composite-Index am Montag um 2,05 Prozent auf 2.838,34 Punkte geklettert. Der Blue-Chip-Index Nasdaq 100 gewann 2,38 Prozent und schloss mit 2.694,53 Zählern.

Trotzdem sollte sich der zähe und lustlose Handel vom Montag noch fortsetzen, bis Fed-Chef Alan Greenspan eine Zinsentscheidung gefällt hat. Ein Ergebnis der US-Notenbank, die heute zu Beratungen zusammentrifft, wird nicht vor Mittwoch erwartet.

Mit Spannung blicken Anleger heute auf die Quartalszahlen des Handy-Riesen Nokia. Analysten erwarten einen Vorsteuergewinn im vierten Quartal von etwa 1,702 Milliarden Euro. Interessanter wird jedoch der Ausblick sein, den die Finnen wagen werden. Sollte sich das erwartete Wachstum deutlich abschwächen, wird die Nokia-Aktie unter Druck gesetzt. Dies gilt auch für Siemens und die Konzern-Tochter Epcos, die beide am Mittwoch Zahlen vorlegen.

Die Deutsche Telekom steht am Dienstag wieder im Blickpunkt der Medien. Einem internen Bericht zufolge erwartet das Unternehmen in den kommenden Jahren deutlich sinkende Gewinne. Für das Jahr 2002 wird sogar ein Fehlbetrag von 500 Millionen Euro prognostiziert. Dies meldet die Financial Times Deutschland. Am Aktienmarkt sollte diese Zahlen jedoch nicht für Unsicherheit sorgen. Seit Vergabe der UMTS-Lizenzen wissen Anleger um die finanziellen Engpässe auf Grund der hohen Zinslasten. Kurz nach Börsenbeginn notierte das Papier erwartungsgemäß mit einem leichten Plus von knapp 1,4 Prozent.

Die Tendenz am Neuen Markt lässt sich am ehesten mit dem größten Verlierer illustrieren: Der Software-Hersteller Brokat verliert in den ersten Handelsminuten lediglich knapp 1,9 Prozent. Für Neuer-Markt-Verhältnisse ist das nichts.

Die asiatische Leitbörse in Tokio hat am Dienstag knapp behauptet geschlossen. Bei Handelsende lag der Nikkei-Index für 225 führende Aktienwerte bei 13.826,65 Punkten, 0,13 Prozent weniger als am Vortag. Die meisten Investoren hätten sich vor der Entscheidung der US-Notenbank über eine weitere Zinssenkung an diesem Mittwoch zurückgehalten, berichteten Händler.

Ein Euro notiert mit 0,9184 etwas fester gegenüber dem Vortag (0,9165-75 Dollar).