Börsenboom: Fonds im "Anlage-Notstand" - DER SPIEGEL
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Börsenboom Fonds im "Anlage-Notstand"

Seit Wochen das gleich Bild. Der Dax und die Indizes am Neuen Markt steigen und steigen. Nahezu jede Neuemission ist stark überzeichnet. Milliardengelder von Anlegern fließen in die Aktienmärkte. Jetzt schlägt die Deutsche Genossenschaftsbank (DG) Alarm.
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Frankfurt am Main - "Die Korrektur ist längst überfällig, da die Märkte total überhitzt sind", erklärte DG Bank-Aktienanalyst Jörg Bungeroth. "Die Vernunft wird mit Sicherheit wieder einkehren." Rund 8000 Punkte beim Deutschen Aktienindex (Dax) und sogar mehr als 9000 beim Nemax 50 seien "mit fundamentalen Daten" schon lange nicht mehr zu rechtfertigen. Ein Kursrückschlag bei den meisten Aktien - besonders des Neuen Marktes - sei nur eine Frage der Zeit.

Bei vielen Privatanlegern sei die Gier erwacht. "Wenn die Leute sehen, dass man mit Aktien am Neuen Markt 50 Prozent an einem Tag verdienen kann, ist das kein Wunder." Banken und Fondsgesellschaften könnten sich seit Wochen vor Aufträgen nicht mehr retten. Dies lasse schier unerschöpflich Geld in die Märkte fließen. Die Fonds befänden sich im "Anlage-Notstand". Unzählige Millionenbeträge müssten ständig neu investiert werden.

Die DG Bank erwartet schon bald eine kräftige Bremsspur. Bis zu 40 Prozent könne das Minus beim spekulativen Neuen Markt betragen. Der Dax-Index dürfte nach Einschätzung des Instituts bis auf 6500 Zähler abrutschen. "Der Zeitpunkt für eine solche Korrektur ist aber nur schwer vorherzusagen", räumt Bungeroth ein. Einen wirklichen Absturz im laufenden Jahr hält er für nahezu ausgeschlossen. Dazu seien die Konjunkturdaten zu gut. Außerdem bringe die Vielzahl der bevorstehenden Börsengänge in den nächsten Monaten, T-Online, comdirect bank oder T-Mobil, neues Kapital in die Märkte. Für Ende 2000 prognostiziert die DG Bank den Dax bei rund 8000 Punkten.