Börsendebüt: Postbank-Aktie hält ihre Gewinne - DER SPIEGEL
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Börsendebüt Postbank-Aktie hält ihre Gewinne

Der wichtigste deutsche Börsengang seit vier Jahren ist nach einer Pannenserie doch noch geglückt. Die Aktien der Postbank sind 50 Cent über dem Ausgabepreis in den Handel gestartet und dann nur leicht zurückgefallen.
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Bonn/Frankfurt am Main - Das Gedrängel auf dem Frankfurter Börsenparkett war groß nach Handelsstart um neun Uhr. Vor lauter Medienvertretern waren kaum Händler zu sehen. Mittendrin standen Post-Chef Klaus Zumwinkel und Wulf von Schimmelmann, der oberste Postbanker.

Beide streckten immer wieder die aufgerichteten Daumen in die Kameras - so versuchten sie vergessen zu machen, dass zeitweise über die Absage des Börsenganges spekuliert worden war. Erst gegen 9.27 Uhr wurde dann der erste Kurs auf dem Xetra-System und dem Parkett gestellt. "Das macht mich zuversichtlich für die Zukunft", sagte Schimmelmann mit Blick auf die Kurstafel. Am frühen Nachmittag notierte die Aktie bei 28,86 Euro.

Der Kurs bleibt hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Der Ausgabepreis war auf 28,50 Euro festgelegt worden, am unteren Ende der gesenkten Zeichnungsspanne. In der ersten Phase der Zeichnungsfrist hatten sich bei einer Spanne von 31,50 bis 36,50 Euro nicht genügend Käufer gefunden. Führende Fondsmanager hatten diese Preisforderungen als wesentlich zu hoch kritisiert. Auch die Deutsche Bank hatte die Preisvorstellungen in einem internen Papier, das nach draußen gelangte, als hoch bezeichnet. Pikant: Die Bank war ein Konsortialführer des IPOs.

Nach dem verbilligten Angebot sei die Aktie jetzt mehr als zweifach überzeichnet gewesen, teilte die Post mit, auch bei institutionellen Investoren sei das Interesse nun groß gewesen. Schimmelmann erklärte, man habe "die deutschen und internationalen Anleger von der Substanz und den Wachstumspotenzialen" des Unternehmens überzeugen können.

Mehr als 20 Prozent der verkauften rund 54,5 Millionen Anteile gingen den Angaben zufolge an Privatanleger. Und auch bei den Postbank-Mitarbeitern stieß das Papier laut "Handelsblatt" auf rege Nachfrage: "Fast zwei Drittel der knapp 9000 Beschäftigten haben die Postbank-Aktie gezeichnet", zitierte das Blatt den Vorsitzenden des Postbank-Gesamtbetriebsrates, Robert Feustel.

An institutionelle Investoren in Deutschland gingen den Angaben zufolge rund 28 Prozent des Emissionsvolumens, außerhalb Deutschlands wurden 48 Prozent der Aktien platziert.

Insgesamt platzierte die Post nach einer Verringerung des ursprünglich geplanten Volumens um etwa ein Drittel rund 55 Millionen Aktien im freien Handel an der Börse. Das restliche Drittel des Gesamtvolumens von 82 Millionen Aktien wurde über eine Umtauschanleihe an den Kapitalmarkt gebracht. Diese Anleihe sei mehr als vierfach gezeichnet worden, teilte die Post mit. Der Kupon der Anleihe wurde auf 2,65 Prozent festgesetzt.

Warten auf den nächsten IPO

Die Post erlöst für die Aktien rund 1,55 Milliarden Euro - etwas weniger als Zumwinkel zuletzt prognostiziert hatte. Damit wird die gesamte Postbank an der Börse mit rund 4,7 Milliarden Euro bewertet. Zumwinkel hatte den Wert seiner Banktochter vor einigen Monaten noch auf mindestens sechs Milliarden Euro beziffert.

Etwa eine Milliarde Erlös steuert die Umtauschanleihe bei, die Investoren nach drei Jahren in Aktien tauschen können, falls sie nicht eine Tilgung durch Geldzahlung bevorzugen. Für Privatanleger ist diese Anleihe bei einem Mindesteinsatz von rund 50.000 Euro nicht gedacht.

"Das ist wie früher am Neuen Markt", sagte ein alter Börsianer über den Trubel beim Börsengang. Viele Händler hoffen nun, dass sich der immer noch weitgehend brach liegende Markt für Aktien-Neuemissionen belebt. Für den Finanzstandort sei der Börsengang der nach Marktkapitalisierung nun viertgrößten deutschen Bank ein Erfolg - so der Tenor auf dem Parkett.