Börsenerholung Dax steuert auf 8000 Punkte zu
Frankfurt am Main - Die Börsen in den USA und Japan gaben die Richtung vor: Erst stellte der Dow Jones gestern Abend einen neuen Rekord auf, dann drehten heute Morgen auch die Aktienkurse in Japan ins Plus. Bei dieser Vorlage zog auch der Deutsche Aktienindex (Dax ) mit: Gegen 11 Uhr notierte das Börsenbarometer bei 7960 Punkten knapp 0,5 Prozent im Plus.
Zu den größten Gewinnern gehörten ausgerechnet die Titel, die am engsten mit der Finanzkrise zu tun haben: Die Aktien des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate kamen auf ein Plus von bis zu 4,2 Prozent, die der Deutschen Bank legten 1,7 Prozent zu. Auch die Papiere der Commerzbank entwickelten sich positiv.
Händler wiesen auf die von Merrill Lynch veranstaltete "Banking & Insurance CEO Conference" hin. Dort sprechen heute neben zahlreichen Vertretern europäischer Finanzinstitute auch der Unternehmenschef von Hypo Real Estate sowie sein Pendant von der Postbank . Am Donnerstag stehen weitere deutsche Branchengrößen auf der Agenda. Dabei dürfte auch die Finanzkrise ein Thema sein, sagte ein Börsianer.
Die positive Stimmung machte sich auch bei den kleineren Unternehmen bemerkbar. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 1,3 Prozent auf 10.463 Zähler. Der Technologie-Index TecDax legte um knapp ein Prozent auf 988 Zähler zu.
An den US-Börsen hatte gestern Rekordlaune geherrscht. Der Dow Jones kletterte deutlich über die Marke von 14.000 Punkten, stellte einen neuen Rekord von 14.115 Punkten auf und schloss schließlich bei 14.088 Zählern - der höchste Schlussstand aller Zeiten. Auch der Nasdaq Composite verbesserte sich um 1,1 Prozent auf 2732 Punkte - ein Sechseinhalb-Jahres-Hoch.
Getrieben wurden die Kurse von zwar schlechten, aber als klärend empfundenen Nachrichten aus dem Bankensektor. Sowohl die Citigroup als auch die UBS hatten Gewinnwarnungen herausgegeben. "Wir haben heute einen großen Test bestanden", sagte ein US-Analyst. Die Reaktion der Anleger zeige, dass die deutlich gesenkten Gewinnprognosen vom Markt bereits eingepreist gewesen seien. "Es scheint, also ob die schlechten Nachrichten jetzt draußen sind", sagte ein weiterer Marktteilnehmer.
wal/Reuters/dpa/dpa-AFX/ddp