Börsenfusion iX Stockholm greift an
London/Stockholm - Die schwedische Gruppe bot am Dienstag in Stockholm für jede LSE-Aktie 27,19 britische Pfund, was 86,67 Mark entspricht. Ein Teil soll den Aktionären in bar gezahlt werden, der Rest in Anteilsscheinen der OM Gruppen. Der Wert der Transaktion würde damit bei rund 808 Millionen britischen Pfund oder 2,575 Milliarden Mark liegen, teilte das Unternehmen mit.
Der OM-Vorstandschef Olof Stenhammer sagte nach einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur PA, die von der LSE geplante Fusion mit der Deutschen Börse in Frankfurt "vergeude" das Potenzial der Londoner Börse.
Die LSE erklärte dagegen, das Angebot sei weit weniger attraktiv als die geplante Fusion mit der Deutschen Börse. Zur Begründung hieß es unter anderem, der derzeitige Aktienmarktanteil der Schweden an den Eurotop 300 würde gemessen an der Marktkapitalisierung nur bei fünf Prozent liegen. Der Anteil der London Stock Exchange liege dagegen bei 34 Prozent und die Deutsche Börse komme auf zwölf Prozent.
Bisher war geplant, dass am 14. September in London und Frankfurt über den Zusammenschluss zur neuen iX-Börse entschieden werden sollte. Ob eine Zustimmung unter den englischen Aktionären erreicht werden kann, ist allerdings ungewiss. Schon in der vergangenen Woche hat die Londoner Börse ein Übernahmeangebot aus Stockholm abgelehnt. Danach war bereits spekuliert worden, dass OM ein feindliches Angebot vorlegen wird.
Die Deutsche Börse ist ebenso wie London der Ansicht, dass die geplante deutsch-britische Fusion den größeren Nutzen für Kunden und mehr Wert für die Aktionäre bringe. Die Frankfurter signalisierten bereits ihre Bereitschaft, als so genannter "weißer Ritter" aufzutreten, um die feindliche Übernahme zu verhindern.
Die Deutsche Börse könnte nach Einschätzung ihres Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf Breuer ein Gegenangebot für den Fusionspartner vorlegen. Die Deutsche Bank, deren Vorstandsvorsitzender Breuer ist, bestätigte am Dienstagmorgen entsprechende Aussagen des Konzernchefs der Zeitung "Herald Tribune". Demzufolge denkt die Deutsche Börse darüber nach, bei einer feindlichen Kaufofferte des schwedischen Finanzmarktbetreibers OM Gruppen für die LSE ein freundliches Angebot für die Londoner Börse zu unterbreiten.