Börsenfusion Nasdaq offenbar vor Seitenwechsel
Stockholm/London - Die US-Technologiebörse Nasdaq habe "vorläufige Gespräche" mit OM begonnen, meldete die britische Zeitung "Daily Telegraph" am Montag. Bisher stand die Nasdaq hinter der geplanten Fusion der London Stock Exchange (LSE) mit der Deutschen Börse in Frankfurt. Deutsche-Börse-Chef Werner Seifert habe jedoch John Hilley, den Nasdaq-Direktor für internationale Operationen, verärgert, berichtet das Blatt.
Die OM Gruppen, die die Stockholmer Börse betreibt, hat unterdessen den Aktionären der LSE ihr offizielles Übernahmeangebot unterbreitet. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, bietet OM für jede LSE-Aktie 0,65 neue OM-Aktien und sieben britische Pfund in bar. Auf der Basis des OM-Schlusskurses vom 8. September wird die LSE-Aktie damit mit 27,63 Pfund und die LSE mit 820 Millionen Pfund bewertet. Der Vorstandsvorsitzende der OM Gruppen, Per Larsson, sagte, das Angebot sei eine bessere Lösung für die Aktionäre als die Fusion mit der Deutschen Börse zur Superbörse iX. Die LSE-Aktionäre haben zwei Wochen Zeit, um über das Angebot zu entscheiden.
OM Gruppen will darüber hinaus die LSE-Aktionäre um die Mithilfe für eine Hauptversammlung bitten, auf der die "Articles of Association" der LSE geändert werden sollen. Diese Regeln verhindern, dass ein Gesellschafter mehr als 4,9 Prozent der Anteile hält.
Die "Financial Times" kommentierte am Montag: "Es wird nur wenige Trauernde geben, wenn demnächst auch offiziell erklärt werden sollte, dass der iX-Plan vom April begraben worden ist. Der Plan für eine Fusion unter Gleichen zwischen der London Stock Exchange und der Deutschen Börse hat von Anfang an unter vielen Mängeln gelitten. Die vorgeschlagenen Verbesserungskonzepte sind vage und unsicher geblieben, vor allem hinsichtlich der Unvereinbarkeit der deutschen und britischen Bestimmungen. Wenn sich das Übernahmeangebot der schwedischen OM Gruppen für die LSE nun als der letzte Schlag erweisen sollte, dann ist der Grund dafür, dass sich der ursprüngliche iX-Plan als zu mangelhaft erwiesen hat."