Börsengang: Ein Aktienmarkt-Gigant wird geboren - DER SPIEGEL
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Börsengang Ein Aktienmarkt-Gigant wird geboren

Es ist der größte Börsengang in Deutschland seit der Ausgabe der T-Aktie 1996. Wenn am Montag in Frankfurt und New York die Infineon-Aktie in den amtlichen Handel geht, werden Millionen gespannt auf die Kursentwicklung warten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt/München - Für das Börsendebüt rechnen Händler mit kräftigen Kurssprüngen. Inoffiziell wurde die Aktie auf Taxkurse von bis zu 100 Euro geschätzt. Der Ausgabepreis liegt bei 35 Euro.

Siemens gibt zunächst rund 29 Prozent seiner Anteile an dem Tochter-Unternehmen ab. Das Platzierungsvolumen liegt bei etwa sechs Milliarden Euro. In dem Angebot enthalten sind 17 Millionen neue Aktien, die Infineon im Zuge einer Erhöhung des Grundkapitals durch Umwandlung von Rücklagen ausgibt. Den Wert des gesamten Unternehmens schätzen Experten auf bis zu 40 Milliarden Mark.

In diesem Jahr sollen nach Angaben von Unternehmenschef Ulrich Schumachers keine weiteren Aktien mehr platziert werden. 2001 soll Siemens dann die Mehrheit an dem Unternehmen abgeben.

Den Angaben zufolge haben allein die Privatanleger in Deutschland rund 5,2 Millionen Zeichnungsaufträge mit einem Volumen von 50 Milliarden Euro platziert. Institutionelle Anleger fragten die Aktien in einem Volumen von 145 Milliarden Euro nach.

Siemens sieht in Infineon schon vor der Erstnotierung einen Kandidaten für den Deutschen Aktienindex (Dax), in dem die 30 größten deutschen Börsengesellschaften geführt werden. Dort wird ein Platz frei durch den geplanten Zusammenschluss von Deutscher Bank und Dresdner Bank. Neben dem Mutterkonzern ist bereits die Epcos AG, der frühere Siemens-Bereich Passive Bauelemente, im Dax vertreten.