Börsengang Experten warnen vor Risiken bei Air-Berlin-Aktie
Berlin - Der Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, Michael Kunert, sagte heute im Fernsehsender N24 zum bevorstehenden Börsengang der Billigfluggesellschaft, Air Berlin eigne sich nur für Leute, die "es sich leisten können, auch Geld zu verlieren".
Kunert bemängelte, es fehle bei dem Börsengang an Transparenz. Air Berlin habe lediglich einen Börsenprospekt in Englisch vorgelegt. Gerade bei der Werbekampagne erwarte er eigentlich, dass das Unternehmen einen Börsenprospekt auch für den Kleinanleger vorlege.
Die Aktien der defizitären zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft werden voraussichtlich am Freitag zum ersten Mal an der Börse gehandelt. Auf dem "Grauen Markt" wurden die Air-Berlin-Aktien drei Tage vor dem geplanten Börsengang am oberen Ende der Preisspanne gehandelt, die bei 15 bis 17 Euro liegt. Der endgültige Preis wird am Donnerstag festgelegt.
Aus dem Kreis der Konsortialbanken hieß es, es verlaufe alles nach Plan. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold hatte sich zuvor bereits positiv zum ersten Tag der Zeichnungsfrist geäußert und auch von großem Interesse bei Investoren aus den USA gesprochen.
Insgesamt bietet die Airline eigenen Angaben zufolge bis zu 49,8 Millionen Aktien an. Vorstand und die Konsortialbanken rechnen mit einem Emissionserlös von 650 Millionen bis zu 872 Millionen Euro. Air Berlin will sich mit dem Börsengang für weiteres Wachstum im hart umkämpften Linienflugmarkt rüsten. Mit dem Geld sollen vor allem neue Flugzeuge finanziert werden. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Air Berlin bei 1,2 Milliarden Euro Umsatz einen Fehlbetrag von 116 Millionen Euro verbucht. Gleichzeitig stieg die Zahl der Passagiere auf den Rekordwert von 13,5 Millionen.
kaz/ddp/dpa