Börsengang Fehlstart für EADS
Frankfurt/London - Der große Ansturm blieb zum Handelsbeginn an den Börsen in Frankfurt, Paris und Madrid aus, obwohl der Konzern noch rechtzeitig vor dem Börsengang den Programmstart des Super Airbus A3XX bekannt gegeben hatte, mit dem den Jumbos des US-Konkurrenten Boeing Konkurrenz gemacht werden soll.
Die EADS-Aktie wurde in Frankfurt am Mittag mit 18,30 Euro notiert. Das waren lediglich 30 Cent mehr als der Ausgabekurs für Privatanleger von 18 Euro. In Paris lag die erste Notierung bei 19 Euro, also auf dem Niveau des Ausgabepreises für institutionelle Anleger. Im Verlauf rutschte der Kurs weiter ab.
Anders als bei den großen Aktienemissionen von Infineon oder T-Online war bis zuletzt von Börsenfieber wenig zu spüren. In den vergangenen Tagen zeichnete sich bereits ab, dass der vom Unternehmen angestrebte Preis von 22 bis 24 Euro nicht erreicht wird. Händler hatten über einen Graumarktpreis von 19,5 bis 21 Euro berichtet. Private Anleger hatten zwar eifrig gezeichnet, institutionelle Anleger waren dagegen eher zurückhaltend.
Der EADS-Börsengang gehört zu den größten europäischen Aktienemissionen in diesem Jahr in Europa. Ausgegeben werden zunächst 144,8 Millionen Aktien. Bei einem Ausgabepreis von 19 Euro wurden rund 2,75 Milliarden Euro erlöst, weit weniger als die ursprünglich vom Konzern anvisierten rund 3,5 Milliarden Euro.
Insgesamt sollen bis zu 166,5 Millionen Aktien platziert werden. In der EADS schließen sich die DaimlerChrysler Aerospace (DASA/München), die französische Aerospatiale Matra und die spanische CASA zum weltweit drittgrößten Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern mit fast 45 Milliarden Mark Umsatz hinter Boeing und Lockheed Martin zusammen. Mit dem Börsenstart nimmt der neue Konzern seine Arbeit auf.
Das Interesse für die Aktien des neuen Konzerns sei auf privater Seite stärker gewesen als unter den institutionellen Investoren. Die institutionellen Anleger hätten erst in letzten beiden Tagen vor Ende der Zeichnungsfrist stärker geordert, sagte der Sprecher des Bankenkonsortiums.
EADS-Co-Chef Philippe Camus hatte am Samstag in Paris gesagt, "die Reaktion (der Investoren) ist gut, aber nicht außergewöhnlich gut". Dagegen sei die Nachfrage der privaten Seite "sehr gut" und die gesamte Operation erfolgreich.
Über 30 Prozent des EADS-Kapitals sollen breit gestreut werden. Nach dem Börsengang bleiben 30 Prozent in den Händen von DaimlerChrysler. Ebenfalls 30 Prozent teilen sich der französische Staat, die Lagardere-Gruppe und französische Finanzinstitute. 5,5 Prozent entfallen auf die spanische Staatsholding SEPI.