Börsengang geplatzt: Siltronic gibt auf - DER SPIEGEL
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Börsengang geplatzt Siltronic gibt auf

Nach dem spektakulären Börsenflop des Halbleiterherstellers X-Fab ist der nächste Börsengang geplatzt: Kurz vor der Erstemission begrub auch Siltronic seine Börsenpläne.
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München - Das Ziel Börse solle erst nach einer Beruhigung der Aktien-Märkte weiter verfolgt werden, teilte die Siltronic AG heute in München mit. Damit lässt der erste Gang aufs Parkett in Deutschland seit mehr als einem Jahr weiter auf sich warten.

Noch vor wenigen Tagen hatte sich Siltronic zuversichtlich gezeigt. Zwar hätten die Terroranschläge von Madrid die Börsenstimmung gedrückt, aber dennoch sei "das kein gravierendes Hindernis für unseren Börsengang", hieß es aus dem Unternehmen.

Siltronic wollte ursprünglich an diesem Freitag an der Börse starten und mehr als eine Milliarde Euro einsammeln. "Unser Unternehmen ist bei den Investoren auf großes Interesse gestoßen. Aber über die weltpolitischen Ereignisse kann sich auch ein attraktives Unternehmen nicht hinweg setzen", sagte Vorstandschef Wilhelm Sittenthaler jedoch heute.

Auch der gescheiterte Börsengang des Erfurter Halbleiterherstellers X-Fab hatte die Situation für Siltronic nachhaltig verschlechtert. Die Erfurter hatten ihre Börsenpläne vor gut einer Woche wegen mangelnder Nachfrage kurzfristig abgesagt. Im Vorfeld war auch heftige Kritik an der schlechten Vorbereitung des Börsengangs durch die Investmentbanken laut geworden. Die Nachfrage von Privatanlegern nach Siltronic-Papieren ließ nach der X-Fab-Absage deutlich nach.

In Finanzkreisen hieß es, dass vor allem die Preisspanne von Siltronic nicht gehalten werden konnte. Es habe wohl einige große Investoren gegeben, die nur zu einem niedrigeren Preis gezeichnet hätten. Dies allerdings hätte den Sinn des Börsenganges, die Schulden von Siltronic abzubauen, nicht mehr plausibel erscheinen lassen.