Börsengang mit Makel: Bayer-Ableger startet mit Kurs-Minus - DER SPIEGEL
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Börsengang mit Makel Bayer-Ableger startet mit Kurs-Minus

Als erstes Unternehmen in diesem Jahr ist der von Bayer abgespaltene Chemiehersteller Lanxess an die Börse gegangen. Die Aktie verlor gleich nach dem Start, schlug sich aber besser als von vielen Analysten erwartet. Der Lanxess-Chef will und muss in Zukunft vor allem eins: rigide sparen.
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Leverkusen/Frankfurt am Main - Lanxess-Titel starteten mit einem Kurs von 15,75 Euro in den Handel, nachdem außerbörslich noch Kurse von unter 13 Euro genannt worden waren. Beim Kurs von 14,84 Euro, bei dem die Aktie schloss, ist Lanxess an der Börse mehr als eine Milliarde Euro wert. Das Unternehmen gilt als heißer Anwärter auf die Mitgliedschaft im Nebenwerteindex MDax.

"Das ist ein guter Start für Lanxess. Wir sehen ein Kursziel von 16 bis 18 Euro, wovon drei bis vier Euro aus Restrukturierungen stammen", sagte Chemie-Analyst Ludger Mues vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Lanxess ist mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro nach eigenen Angaben der sechstgrößte börsennotierte Chemiekonzern in Europa.

Herausforderungen beginnen erst

Das Unternehmen steht vor schwierigen Aufgaben. Bayer hat der Chemiegesellschaft eher zyklische Geschäfte mit Massenchemikalien zugeordnet, die zum Teil starkem Preisdruck ausgesetzt sind. Ein großer Teil davon gilt als margenschwach. Die operative Gewinnmarge liegt mit erwarteten knapp unter sieben Prozent 2004 im Konzern unter dem Branchendurchschnitt. In den ersten neun Monaten 2004 standen unter dem Strich acht Millionen Euro Verlust in den Büchern.

Für Analysten ist Lanxess denn vor allem eine "Restrukturierungs- Story". Lanxess-Chef Axel Heitmann hat als wichtigstes strategisches Ziel eine klare Verbesserung der Rentabilität vorgegeben. "Entscheidend ist, wir wollen unsere Ertragskraft verbessern", wiederholte er am Montag. Finanzchef Matthias Zachert sagte, 40 Prozent des Geschäfts - gemessen am Umsatz - seien sanierungsbedürftig. Alle 17 Geschäftseinheiten sollen überprüft werden. "Und wir könnten auf andere Geschäftseinheiten stoßen, wo wir annehmen, dass eine Art Kombination mit anderen uns einen besseren Erfolg für das Geschäft geben wird", sagte Zachert.

Für Bereiche, die die Erwartungen nicht erfüllten, würden auch weitere Abspaltungen erwogen. Im Börsenzulassungsprospekt wurden als besondere Sanierungsfälle bereits Feinchemie, Fasern und die Kunststoffsparte Styrenic Resins ausgemacht.

Dax-Wert für einen Tag

Den Kursrückgang erklärten Börsianer mit dem mangelnden Interesse von Bayer-Aktionären. "Viele Bayer-Investoren wollen einen Pharma- und keinen Chemiewert in ihrem Depot haben und nutzen deshalb die Abspaltung zum Verkauf von Lanxess-Aktien", sagte ein Händler. Die Analysten von JP Morgan nahmen die Bewertung der Lanxess-Titel mit "Neutral" bei einem Kursziel von 13 Euro auf. Die Experten von Dresdner Kleinwort Wasserstein rieten zum Kauf und nannten als Kursziel 18 Euro.

Der Schlusskurs von Lanxess am Montag ist Grundlage für die Anpassung der Gewichtung von Bayer im Dax nach der Abspaltung. Der Leitindex enthielt damit zu Wochenbeginn für einen Tag 31 statt der üblichen 30 Werte. Nach dem Willen des Managements soll Lanxess letztlich im MDax landen. "Wenn sie auf unseren vorläufigen gegenwärtigen Börsenwert selbst auf der Grundlage des heutigen Tages schauen, dann sollten wir eines der stärkeren MDax-Unternehmen sein", sagte Zachert.