Börsengang: Tognum startet verhalten - DER SPIEGEL
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Börsengang Tognum startet verhalten

Es ist der größte Börsengang seit sieben Jahren, trotzdem hielt sich die Euphorie in Grenzen: Die Papiere des Dieselmotorenherstellers Tognum wurden vom Aktienmarkt zurückhaltend aufgenommen.
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Frankfurt am Main - Das Papier startete zum Ausgabepreis von 24 Euro und gab anschließend leicht nach. Am Mittag notierte die Aktie in einem insgesamt schwachen Umfeld bei 23,97 Euro. Mit einem Emissionsvolumen von rund 2,07 Milliarden Euro war der Börsengang von Tognum   mit der Kernmarke MTU der größte seit der Deutschen Post   im Jahr 2000.

Tognum-Chef Volker Heuer zeigte sich mit dem Börsendebüt zufrieden. Der Kapitalmarkt habe das Vertrauen in die Aktie bestätigt. Der Preis sei fair gewesen. Der schwedische Finanzinvestor EQT hatte die Unternehmensgruppe MTU   mit Sitz in Friedrichshafen Ende 2005 von DaimlerChrysler   übernommen und jetzt an den Aktienmarkt gebracht.

Auf Grund des Börsengangs erwartet Tognum einen Mittelzufluss von brutto rund 268 Millionen Euro. Das Angebot umfasste rund 75 Millionen Aktien sowie weitere bis zu 11,25 Millionen aus einer Mehrzuteilungsoption. Die Preisspanne des Papiers betrug zwischen 22 und 26 Euro. Durch die vollständige Platzierung der Aktien inklusive der Mehrzuteilung liegt dem Unternehmen zufolge der Streubesitz bei rund 65 Prozent.

Auch die Mitarbeiter erwarben Aktien: Etwa 3000 Beschäftigte zeichneten rund 700.000 Anteilsscheine. Damit hatte rund die Hälfte der deutschen Belegschaft an dem Börsengang teilgenommen, der kurzfristig vergangene Woche für Aufregung gesorgt hatte. Das Unternehmen hatte den Anhang seines Börsenprospekts korrigieren müssen.

Tognum stellt hauptsächlich schnell laufende Großdieselmotoren für Schiffe und schwere Fahrzeuge sowie Energieanlagen an zwölf Produktionsstandorten her. Die Zentrale sitzt in Friedrichshafen am Bodensee. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 7500 Mitarbeiter und hat 16 Tochtergesellschaften.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Tognum ein um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund 310 Millionen Euro. In den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres erreichte die Gruppe einen Umsatz von rund 670 Millionen Euro und ein Ebit von 100 Millionen Euro.

sam/AP