Börsenhandel: Die Angst bleibt im Markt - DER SPIEGEL
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Börsenhandel Die Angst bleibt im Markt

Die Nahost-Krise hat am Freitag die internationalen Aktienmärkte belastet. Besonders der gestiegene Ölpreis wird als Gefahr für die Weltkonjunktur gesehen.
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Frankfurt am Main - Die europäischen Börsen gaben am Vormittag durchschnittlich rund ein Prozent nach. Damit waren die Abschläge weniger dramatisch als am Donnerstag unmittelbar nach dem Beginn der Auseinandersetzungen in Ramallah im Westjordanland.

Dies hatte auch den Dow Jones um 3,6 Prozent auf 10.034,58 Zähler, den niedrigsten Stand seit dem 14. März 2000, gedrückt. Es war der fünftgrößte Rückgang in Punkten in der Geschichte des Index. Die US-Technologiewerte setzten ihren Abwärtstrend ebenfalls fort. Der Nasdaq fiel um rund drei Prozent auf 3074,68 Zähler, dem tiefsten Stand seit dem 4. November 1999.

Für Freitag signalisierten die Terminkontrakte eine etwas erholte Eröffnung an der Wall Street. Allerdings dürfte laut Händlern das Ausmaß einer Erholung von der Nachrichtenlage im Nahen Osten abhängen.

Unter den europäischen Aktien zählten die deutschen Standardwerte zu den widerstandsfähigsten. Der Dax machte seinen Vortagesverlust wieder wett und zog sogar um knapp ein halbes Prozent an. In London fiel der FTSE 100 um knapp ein halbes Prozent, die Leitindizes der Börsen in Paris und Zürich lagen mit rund einem Prozent im Minus.

Die Wachstumswerte am Frankfurter Neuen Markt gerieten dagegen angesichts weiterhin schlechter Unternehmensnachrichten deutlich unter Druck. Der Nemax 50 erreichte bei 4070 Punkten ein neues Jahrestief, stieg dann aber wieder auf über 4100 Punkte, rund zweieinhalb Prozent unter seinem Vortagesniveau. Auch die asiatischen Märkte hatten am Freitag schwächer tendiert. Der Tokioter Nikei-Index war um 1,4 Prozent und der Hongkonger Hang-Seng-Index um 2,6 Prozent gefallen.

Analysten sahen in den moderateren Kursrückgängen bei den europäischen Blue-Chips aber keinen Anlass zur Entwarnung. "Die Umsätze sind dünn. Die Leute wollen abwarten und sehen, was passiert, wenn die US-Märkte öffnen, und die Entwicklung im Nahen Osten weiter beobachten", sagte ein Händler. "Es gibt Aktien, die wir schon für billig hielten, aber es sieht so aus, als würden sie noch billiger", beschrieb ein anderer die Stimmung an den Märkten.

Von der Unsicherheit profitierten die traditionell in Zeiten politischer Unruhe bevorzugten US-Staatsanleihen sowie ausgesuchte Währungen. Zeitweise stieg der Bund-Future, das wichtigste Kursbarometer des Rentenhandels in der Euro-Zone, auf ein Kontrakthoch von 106,12 Punkten, ehe der Kurs wieder etwas abbröckelte.

Im Devisenhandel war vor allem das Pfund Sterling zeitweise größter Nutznießer der Sorgen. Der Euro fiel im Fernosthandel auf 0,8604 Dollar und erreichte damit den tiefsten Stand seit den Interventionen der sieben führenden Industrieländer vom 22. September. Im europäischen Handel kam der Euro auf Kurse um 0,863 Euro.