Börsenindizes: Gewichtung nach Streubesitz ab 2002 - DER SPIEGEL
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Börsenindizes Gewichtung nach Streubesitz ab 2002

Die Deutsche Börse wird bis auf weiteres keine Auswechslungen im Dax vornehmen. Im M-Dax werden künftig drei neue Titel notiert. Den Sprung in den Nemax-50 haben fünf Unternehmen geschafft.
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Frankfurt am Main - In der Zusammensetzung des Deutschen Aktienindex Dax wird sich zum September nichts ändern. Diese Entscheidung gab die Deutsche Börse am Dienstagabend in Frankfurt bekannt.

Neu in den M-Dax aufgenommen werden Techem, Tecis Holding und Wedeco. Sie ersetzen Gerresheimer Glas, Kiekert und Schmalbach-Lubeca.

In den Neuen-Markt-Index Nemax-50 steigen Kontron, Balda, D.Logistics, IM International Media und Thiel Logistic auf. Sie ersetzen Cybernet Internet Services, FortuneCity.com, Infor, Nemetschek und Utimaco Safeware.

In den S-Dax für kleinere Unternehmen werden fünf Werte neu aufgenommen. Dies sind die Holsten-Brauerei, die AHAG Wertpapierhandelsbank, Masterflex, Rinol und Rohwedder. Sie ersetzen Tecis und Wedeco, die in den M-Dax wandern, sowie die SG-Holding, VTG-Lenkering und Quante.

Zum Juni 2002 werden die Frankfurter Kursbarometer auf der Basis des Streubesitzes der Gesellschaften berechnet. Analysten waren davon ausgegangen, dass dieser Schritt noch in diesem Jahr vollzogen wird.

Als Streubesitz oder auch "Freefloat" wird der Aktienanteil an einem Unternehmen bezeichnet, der frei am Markt umläuft, also handelbar ist. Im Gegensatz dazu steht der Festbesitz. Dabei handelt es sich um Aktienpakete ab einer bestimmten Größe, die von einem anderen Unternehmen, einem Investor, dem Staat oder auch den Mitarbeitern gehalten werden. Bei einer Gewichtung nach Streubesitz werden beispielsweise Unternehmen mit einer hohen Beteiligung des Staates wie die Deutsche Telekom geringer gewichtet. Dagegen erhalten Unternehmen mit hohem Streubesitz-Anteil, wie zum Beispiel Siemens, ein größeres Gewicht im Dax.

Bisher wird bei der Index-Zusammenstellung die Gesamtzahl aller Aktien eines Unternehmens berücksichtigt.

Die Börse will nach eigenen Angaben bei der Einführung der Streubesitz-Regel im Juni 2002 die beim Bundesamt für den Wertpapierhandel (BAWe) für den Amtlichen Handel meldepflichtigen Aktienpakete von mehr als fünf Prozent kumuliert als Festbesitz berücksichtigen.

Die Börse begründete die Wahl des späten Zeitpunkts damit, dass sie erst die Auswirkungen der Steuerreform abwarten wolle. Damit meinte die Börse insbesondere die vom Bund geplante Steuerbefreiung der Einnahmen aus dem Verkauf von Kapitalbeteiligungen.

Vor der Sitzung am Dienstagabend wurden Adidas-Salomon und KarstadtQuelle als mögliche Kandidaten gehandelt, die ihren Status als Dax-Unternehmen verlieren könnten. Als potenzieller Nachfolger war bei Analysten der Finanzdienstleister MLP im Gespräch.

In den Dax aufsteigen können Firmen, die beim Börsenumsatz und der Marktkapitalisierung zu den 35 größten Aktiengesellschaften Deutschlands zählen. Konzerne, die entweder beim Börsenwert oder beim Umsatzvolumen nicht mehr zu der Top 35 zählen, droht der Rausschmiss.

Bemessungsgrundlage ist eine von der Deutschen Börse nach Börsenwert und Umsatz erstellte Rangliste der Gesellschaften. Die Richtlinien für die Aufnahme oder den Verbleib im Dax sind aber "Kann"-Regeln, so dass ein Austausch nicht zwingend ist.

MLP belegt auf der Rangliste der Deutschen Börse bei der Marktkapitalisierung mit gut 11,4 Milliarden Euro den 20. Platz und beim Börsenumsatz mit rund 2,5 Milliarden Euro die 30. Stelle und ist damit klarer Favorit für eine Aufnahme in den Kreis der 30 größten deutschen Konzerne.

Dagegen rangieren KarstadtQuelle und Adidas-Salomon zwar beim Aktienumsatz unter den ersten 35, sie sind aber bei der Marktkapitalisierung stark geschrumpft. Adidas bringt nur 2,6 Milliarden Euro auf die Waage und belegt damit Platz 47, KarstadtQuelle rangiert mit einem Börsenwert von knapp vier Milliarden Euro nur an 36. Stelle.