Börsenkrise Wilder Ritt an der Wall Street
Frankfurt am Main - Die US-Standardwerte im Dow sackten zeitweise bis auf knapp über 9100 Punkte, bevor sich der Index bis auf knapp 9400 Punkte erholte. Seit dem 14. Januar gab der Index damit um mehr als 20 Prozent ab. Nach Überschreiten dieser Marke sprechen Experten von einem Bärenmarkt. Die Nasdaq pendelte um den Schlusskurs vom Vortag.
Der Nemax 50 verlor bis Handelsende 6,7 Prozent auf 1450 Zähler und fiel damit erstmals unter die Marke von 1500 Punkten. Der neue Markt werde gerade beerdigt, sagte ein Händler auf dem Frankfurter Parkett. Die Standardwerte im Dax verloren bis 20 Uhr 4,2 Prozent und schlossen bei 5388 Zählern.
"Ein Boden ist derzeit noch nicht in Sicht", meinte ein Marktteilnehmer. Selbst Verkäufe in geringem Umfang lösten derzeit wahre Kursstürze aus. Daran habe auch die Zinssenkung in den USA am Dienstag dieser Woche nichts verändert. Die Sorgen um die Konjunkturentwicklung in den USA belasteten den Markt noch immer.
Aktien aller Branchen kamen rund um den Globus unter die Räder. Anleger in Europa, die auf Unterstützung von den US-Börsen hofften, mussten erneut erleben, das an der New Yorker Wall Street der Ausverkauf ungeachtet der Zinssenkung vom Dienstag weitergeht.
In den USA konzentrierte sich die Verkaufswelle der letzten Tage auf die großen Standardwerte, die sich bisher am besten gehalten hatten. Massenentlassungen bei dem Verbraucherproduktriesen Procter & Gamble und der Investmentbank Charles Schwab drückten die Stimmung an der Wall Street. Hinzu kamen schlechte US-Wirtschaftdaten.
Die Anleger seien in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr noch immer pessimistisch gestimmt, sagten Händler.Während sich negative Meldungen häuften, könnten die Marktteilnehmer den Unternehmensausblicken keinen Glauben mehr schenken. Die Investoren orientierten sich daher an den Bewertungen der großen Blue Chips. Diese gälten als sicherer als Einschätzungen von Technologie-Titeln.
Die Entwicklung an der Wall Street sei mit den häufigen Kursschwankungen derzeit unvorhersehbar, sagte Bryan Piskorowski von Prudential Securities. Und dieser Trend setze sich durch die Unsicherheit der Investoren, die die Indizes jeden Tag weiter nach unten drückten, weiter fort.
Drastische Kurseinbrüche verzeichneten auch andere europäische Märkte. Der französische CAC-40-Index sank bis zum Börsenschluss deutlich unter 5000 Zähler. Der Londoner Leitindex FTSE 100 beendete den Handel mit minus 4,1Prozent auf 5314 Punkten. Die Anleger wechselten derzeit von den Aktienmärkten zu den festverzinslichen Papieren, sagten Händler.