Börsenminus: Dow Jones fällt auf tiefsten Stand seit 1997 - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Börsenminus Dow Jones fällt auf tiefsten Stand seit 1997

Es war ein miserabler Wochenauftakt an den Weltbörsen: Der Dow Jones ist in New York auf ein Elf-Jahres-Tief gefallen - vor allem die Aktien von Tech-Größen wie Apple, Microsoft und HP gaben deutlich nach. Auch der Dax schwächelt wie seit fünf Jahren nicht mehr.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Der Dow Jones  fiel um 3,41 Prozent auf 7114,78 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 1997. Anhaltende Sorgen um die Finanzbranche und ein Ausverkauf bei Technologiewerten sorgten für schlechte Stimmung. Die Hoffnung auf ein verstärktes Engagement der amerikanischen Regierung bei der massiv unter Druck geratenen Großbank Citigroup konnte den Markt nur zeitweise stützen. Es gebe nach wie vor Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems, erklärten Analysten.

Nach anfänglichen Gewinnen drehten die US-Börsen vor allem deshalb ins Minus, weil Investoren ihr Geld aus dem Technologiesektor abzogen. Grund waren Befürchtungen, dass die Firmen wegen der Rezession ihre IT-Ausgaben weiter kürzen könnten und damit die Ergebnisse der Branche belasten würden. An der Technologiebörse Nasdaq   ging es für den Composite-Index um 3,71 Prozent nach unten auf 1378,72 Zähler. Der Nasdaq 100 fiel um 3,73 Prozent auf 1128,97 Zähler.

Die Papiere des Mac- und iPhone-Herstellers Apple   verbilligten sich um 4,7 Prozent, die des weltgrößten Software-Konzerns Microsoft   um 4,4 Prozent. Die Aktien des Chip-Giganten IBM   verloren fünf Prozent, die des weltgrößten PC-Herstellers Hewlett-Packard   sogar 6,3 Prozent.

General Electric  (GE) gehörten mit einem Abschlag von 5,65 Prozent auf 8,85 Dollar zu den schlechteste Werten im Dow Jones. Die Deutsche Bank hatte das Kursziel für die Titel des Mischkonzerns von 17 auf zwölf Dollar gesenkt.

Ford  -Aktien sprangen um 9,49 Prozent auf 1,73 Dollar nach oben. Der Autobauer hatte sich mit der Gewerkschaft UAW auf neue Reglungen bei den Gesundheitskosten geeinigt. Mit der Vereinbarung könnte Ford bis zu sieben Milliarden Dollar an Barmitteln einsparen. Branchenkollege General Motors (GM) profitierte von Hoffnungen auf eine ähnliche Einigung und beendete den Handel unverändert bei 1,77 Dollar. Die meiste Zeit hatten die Titel sogar deutlich im Plus gelegen.

Der Kurs der Citigroup   kletterte um 9,74 Prozent auf 2,14 US-Dollar. Zu Handelsbeginn hatten die Aktien der Bank allerdings noch um mehr als 20 Prozent zugelegt. Die Bank of America  legte um 3,17 Prozent auf 3,91 Dollar zu. Die mögliche Anteilsaufstockung des US-Staates an der Citigroup hatte zuvor auch bereits an den europäischen Börsen für teils kräftige Kursgewinne in Teilen des Bankensektors gesorgt.

Der Dax   in Frankfurt fiel erstmals seit über vier Jahren unter die Marke von 4000 Punkte und schloss knapp zwei Prozent im Minus bei 3936 Zählern. Der Euro in Dollar   gab weiter nach und lag am Abend nur noch knapp über 1,27 Dollar. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,2706 US-Dollar.

sac/dap/Reuters